Donnerstag, 16. Februar 2012

NASA zieht sich aus gemeinsamen Plänen mit Europäern zur Erforschung von Leben auf dem Mars zurück

Künstlerische Darstellung der Mission ExoMars (Illu.). | Copyright: ESA

Washington/ USA - Es sollte die Fortsetzung des bislang einzigartig erfolgreichen Erforschungsprogramms des Mars mit Orbitalsonden und Landeeinheiten werden: Gemeinsam mit der europäischen Raumfahrtagentur ESA plante die NASA für 2016 und 2018 neue Missionen zum Roten Planeten, um dort der Frage auf den Grund zu gehen, ob es hier früher einmal Leben gegeben hatte oder sogar heute noch gibt. Kürzungen des NASA-Budgets bereiten diesen Plänen nun ein jähes Ende. Ob es mittelfristig zumindest eine Orbital-Mission zum Mars unter US-Beteiligung geben wird, ist noch unklar. Indes sucht Europa schon jetzt neue Partner, um die beiden Marsmission auch ohne die USA durchführen zu können.

Insgesamt soll die von der ESA geführte "ExoMars"-Mission aus zwei Teilen bestehen. Für 2016 ist der Start des ExoMars Trace Gas Orbiters geplant: Aus einer Umlaufbahn heraus soll der Satellit den Ursprung des Methangases in der Marsatmosphäre erkunden, da das Gas zumindest auf der Erde für gewöhnlich ein Hinweis auf biologische Aktivität ist (...wir berichteten).

Zwei Jahre später, 2018, soll mit dem ExoMars Rover eine mobile Laboreinheit mit einem Bohrer in den Marsboden vordringen, hier Bodenproben entnehmen und diese erstmals zurück zur Erde schicken. Hierin hoffen die Forscher auf komplexe Kohlenstoffmoleküle zu stoßen, die Rückschlüsse auf einstiges Marsleben ermöglichen könnten.

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Wie die Online-Ausgabe des "NewScientist" (newscientist.com) berichtet, habe die NASA der ESA diese Entscheidung auch schon offiziell mitgeteilt. Auf einer Pressekonferenz bestätigte demnach der NASA-Direktor Charles Bolden, dass man zu dieser harten Entscheidung gezwungen worden sei, um mit dem NASA-Budget für 2013 auszukommen, das am Montag offiziell vorgestellt worden war.

Sollte das Budget vom US-Kongress bewilligt werden, erhält die NASA 2013 insgesamt 17,7 Milliarden US-Dollar und damit in etwa gleich viel wie 2012 - allerdings rund eine Milliarde Dollar weniger als von der NASA selbst in den Jahren zuvor für 2013 eingeplant worden war. Neben dem ebenfalls für 2018 geplanten James-Webb-Weltraumteleskop könne sich die NASA "kein zweites Flaggschiff in Form von ExoMars mehr leisten. (...) Die Mission stand damit einfach nicht mehr zur Diskussion", so Bolden.

Für 2018 hofft die NASA nun immerhin noch eine kostenreduzierte eigene Mission zum Mars durchführen zu können. Da eine Orbitalsonde in der Regel kostengünstiger ist wie eine Rover-Mission, wird diese jedoch erwartungsgemäß nicht auf dem Roten Planeten landen. Die mehr als erfolgreiche Reihe der direkten Erkundungsmissionen der Marsoberfläche durch die USA steht damit unmittelbar vor dem Aus.

Jetzt erhofft sich die ESA in Russland (Roskosmos) einen Ersatzpartner für die USA zu finden. Ob es jedoch zu dieser Zusammenarbeit kommen wird, steht derzeit noch in den sprichwörtlichen Sternen.

Für die Mission 2016 sollte neben Instrumenten an Bord die ESA den "Trace Gas Orbiter"-Satelliten, eine 600 Kilogramm schwere, stationäre meteorologische Landeeinheit und deren Landesystem (EDL) zur Verfügung stellen, während die Mission mit einer "Atlas V 411" Rakete der NASA in Richtung Mars befördert werden sollte. Auch die für 2018 geplante Landemission sollte mit einer "Atlas V 551" der NASA zum Mars fliegen. Hinzu sollte die USA das Landesystem zur Verfügung stellen, mit dem der Rover mit einer Krankonstruktion (ähnlich dem System, das bei der aktuellen "Mars Sience Laboratory"-Mission zum Einsatz kommen soll ...wir berichteten) auf der Marsoberfläche abgesetzt werden soll, während die ESA den Rover selbst stellen will.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / newscientist.com

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