Donnerstag, 9. Februar 2012

Neuer Erklärungsansatz für Fermi-Paradoxon: Sind Außerirdische tatsächlich "grün"?

Künstlerische Darstellung eines Asteroidengürtels um einen sonnenähnlichen Stern mit erdartigem Planeten. Fortgeschrittene Zivilisationen könnten Sonden entwickelt haben, die sich in Form und Zusammensetzung kaum von natürlichen Objekten im All unterscheiden. | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Toronto/ Kanada - Vorausgesetzt, intelligentes Leben ist kein auf die Erde begrenzter Zufall, dann sollten wir eigentlich schon längst zumindest Spuren und Hinterlassenschaften, ja wahrscheinlich sogar Sonden und Botschaften von anderen Zivilisationen im All entdeckt haben. Der Umstand, dass - zumindest aus Sicht der konservativen Mainstream-Wissenschaften - noch kein Nachweis für derartige Zivilisationen gefunden und erbracht wurde, ist Inhalt des sogenannten Fermi-Paradoxon, an dessen Erklärung sich seit seiner Formulierung durch den US-italienischen Physiker Enrico Fermi 1950 schon zahlreiche Denker versucht haben. Ein neuer Ansatz kommt nun von dem kanadischen Science-Fiction-Autoren Karl Schroeder, der vermutet, Außerirdische könnten tatsächlich "grün" geworden sein.

Im Gegensatz zur der zur stereotypen Floskel gewordenen vermeintlichen Hautfarbe fiktiver Bewohner von Mars & Co, will Schroeder seinen Ansatz jedoch eher ökologisch verstanden sehen: Angelehnt an die Aussage von Arthur C. Clarke, wonach "jede ausreichend fortgeschrittene Technologie von Magie nicht zu unterscheiden sei", uns Menschen also die Technologien einer uns möglicherweise um Millionen von Jahren weiter entwickelte Zivilisation nur wie wahres Zauberwerk vorkommen müsste, fasst der Schriftsteller seinen Erklärungsansatz für das Fermi-Paradoxon nun derart, dass "jede ausreichend fortgeschrittene Technologie von der Natur nicht mehr zu unterscheiden wäre."

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Jede Zivilisation, die es demnach schaffe, lange genug zu überleben, um sich über ihren eigenen Heimatplaneten hinaus ins All hinaus auszubreiten und fremde Welten und Planetensysteme zu erforschen, müsse sich nahezu unweigerlich derart umweltfreundlich werden, sodass sie keine nachweisbaren "Abfallprodukte" mehr hinterlasse. Die künstlichen Signaturen solcher Zivilisationen würden demnach mit jenen des natürlichen Universums verschwimmen und es uns somit noch schwerer machen, diese als solche zu erkennen geschweige denn diese überhaupt zu entdecken, erläutert Schroeders seine These auf seiner Internetseite "kschroeder.com".

Die Frage nach einer Erklärung für das Fermi-Paradoxon wird zusehends interessanter. Nicht zuletzt da selbst die astronomische Lehrmeinung mittlerweile davon ausgeht, dass nahezu jeder Stern in unserer Galaxie über mindestens einen Planeten verfügt, es also mehr Planeten als Sterne in der Milchstraße gibt und somit deren Anzahl in die Abermilliarden reicht.

Sollte Schroeder recht haben, so wären natürlich auch jegliche traditionellen Methoden der Suche nach außerirdischen Zivilisationen - etwa das SETI-Programm, das nach künstlichen Radio- und Lasersignalen aus dem All fahndet - schon von vornherein zum Scheitern verurteilt. Auch die Suche nach außerirdischer, also "extraterrestrischer", Technologie (SETT) wäre vor dem Hintergrund eines solchen Szenarios nahezu sinnlos, da sie etwa in der spektralen Signatur ferner Sonnen nach Hinweisen auf Rückstände künstlich herbeigeführter nuklearer Spaltung fahndet, deren sich eine postulierte Zivilisation beispielsweise durch Abkippen in ihre "Sonne" entledigt hat.

Selbst die Annahme, dass sich fortgeschrittene Zivilisationen fast schon automatisch selbst zerstören, zuvor jedoch noch Sonden in die Galaxie entsandt haben könnten, würde im Licht von Schroeders Hypothese eine Kehrtwende erfahren. Bislang gingen die Vertreter dieser Theorie davon aus, dass entsprechende Sonden schon längst selbst in unserem Sonnensystem hätten entdeckt werden müssen (...wir berichteten 1, 2) und sozusagen die Nichtentdeckung belege, dass wir alleine im All sind. Sollten diese Sonden jedoch von einer "grünen" Zivilisation entsandt worden sein, wäre es wahrscheinlich deutlich schwerer, sie überhaupt zu entdecken, das sie sich möglicherweise kaum von natürlichen Objekten des Sonnensystems unterscheiden und keine Spuren hinterlassen würden (s. Abb.).

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / kschroeder.com

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