Freitag, 10. Februar 2012

Statistischer Jahresrückblick: 2011 wieder mehr Kornkreise

Kornkreisformation im August 2011 auf der Temple Farm, nahe Rockley in Wiltshire, England, gemeinsam mit einer grafischen Auswertung der weltweiten Kornkreise von 1995 bis 2011. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: franklaumen.de / kornkreise-forschung.de (Diagramm)

Saarbrücken/ Deutschland - In jedem Frühjahr veröffentlicht das "International Crop Circle Archive" (ICCA) seinen statistischen Rückblick auf das vergangene Kornkreis-Jahr. Nachdem die Anzahl der weltweit entdeckten Kornkreise seit 2004 kontinuierlich abnahm, konnten 2011 erstmals wieder mehr Kornkreise als im Vorjahr dokumentiert werden.

"Waren es 2010 insgesamt 120 Kornkreise, so wurden 2011 weltweit wieder 128 Formationen gefunden", erläutert der deutsche Kornkreisforscher Andreas Müller (kornkreise-forschung.de) die von ihm veröffentlichten Zahlen. "Das entspricht immerhin einem Zuwachs um 6,6 Prozent."

Damit werde ein Abwärtstrend gebrochen, der seit 2003/2004 zu beobachten war. Im Vergleich zu 2003, als noch 251 Kornkreisformationen gefunden wurden, sind dass allerdings immer noch deutlich weniger Kornkreise.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Über eine Interpretation spekuliert Müller indes nicht: "Solange wir noch nicht die wirkliche Quelle der 'echten' Kornkreise kennen, ist jegliche Diskussion darüber rein spekulativ. Es gab und gibt zwar immer wieder auch Forscher und Autoren, die sowohl die Kornkreise als auch die Statistiken in das Korsett ihrer eigenen Theorien und Argumente zwingen, doch meist ist das jedoch eine Sackgasse und funktioniert nur solange, wie man der vorgegebenen Denkweise strikt folgt."

Aktuell sei dieses Vorgehen besonders in der anhaltenden Diskussion um den angeblichen Weltenwandel Ende 2012 vor dem Hintergrund des Maya-Kalenders besonders beliebt: "Während einige Autoren die Kornkreise als Zeichen der angeblich bevorstehenden Ereignisse um 2012 interpretieren und dabei behaupten, dass bis Ende 2012 jedes Jahr mehr Kornkreise entdeckt wurden und werden, zitieren Kritiker dieser Interpretation dann wiederum den bisherigen zahlenmäßigen bisherigen Rückgang der Kornkreise als Beweis gegen diese Deutung. Dabei vergessen sie dann aber, dass auch ein Rückgang auf ein Ereignis hindeuten kann - ähnlich etwa wie ein Countdown. Da nun wieder mehr Kornkreise entdeckt wurden, wird sicherlich auch dieser Umstand wieder von den jeweiligen Autoren vereinnahmt."

Tatsächlich lägen für derartige Interpretationen noch zu wenige Daten vor. "Hierfür müssen deutlich größere Zeiträume überblickt werden. Doch hierzu fehlen bislang die statistischen Grundlagen - aber wir arbeiten daran." Mit dem, wie Müller es nennt, "echten Phänomen" hätten solche Interpretationen wahrscheinlich nur wenig gemein und meint damit "jene Kornkreise, die nicht von Menschen auf mechanische Weise niedergetrampelt werden".

Wieviele der gelisteten Kornkreise als "echte Phänomene" gelten, geht aus der statistischen Erhebung des ICCA indes nicht hervor. "Der Grund hierfür liegt in dem Umstand, dass bei Weitem nicht alle dokumentierten Kornkreise nach den gleichen Standards untersucht wurden und werden können, weshalb auch hier die Grundlage für eine diesbezügliche Auswertung dieses Verhältnisses noch fehlt."

Selbst wenn Müller mit seiner eigenen Einschätzung, dass es "mittlerweile jährlich mehr gefälschte als echte Kornkreise gibt", richtig liegt, schmälert dies für den Forscher und Sachbuchautoren nicht die Faszination am Phänomen: "Die Kornkreise selbst sind keine Glaubensfrage. Jeder kann sie sehen, begehen, untersuchen und erleben. Sie sind Teil unserer physisch realen - und somit objektiv für jeden - erfahrbaren Welt. Mittlerweile liegt eine Vielzahl selbst naturwissenschaftlicher Beweise auch für Kornkreisphänomene vor, die nicht von Menschen gemacht wurden. Somit nehmen die Kornkreise für mich eine wichtige Sonderstellung unter grenzwissenschaftlichen Phänomenen ein. Dies verstehe ich als Chance für eine Verbindung von Grenz- und Naturwissenschaften."

Seriöse Kornkreisforschung, so Müller abschließend, finde "jenseits der beliebten und gängigen Klischees von UFO-Landespuren, kleinen grünen Männchen und den Machwerken nächtlicher Lausbuben und Fälschern statt".

Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / kornkreise-forschung.de

Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE