Dienstag, 28. Februar 2012

Wasserpfützen auf dem Mars auch ohne Regen möglich

Feuchte Flecken in den eigentlich schmelzwaser- und regenfreien antarktischen Trockentälern. | Copyright/Quelle: Joe Levy, oregonstate.edu

Corvalis/ USA - Schon lange sorgen wasserfeuchte Flecken in den antarktischen McMurdo Trockentälern für Rätselraten unter Wissenschaftlern - entstehen sie doch auf dem trockenen, kalten Polarwüstenboden ohne, dass sie von Schneeschmelzen oder Regen verursacht werden könnten. Eine neue Studie hat nun herausgefunden, dass es der starke Salzgehalt dieses Bodens ist, der der Atmosphäre Feuchtigkeit entzieht. Ähnliches, so vermuten die Forscher, könnte auch auf dem Mars und auf anderen Planeten passieren, die eigentlich nicht über einen klassischen Flüssigkeitskreislauf verfügen.

Wie die Forscher um Dr. Joseph Levy von der Oregon State University (OSU) und Kollegen von der Portland State University und der Ohio State University im Fachmagazin "Geophysical Research Letters" berichten, bedarf es einer speziellen Kombination aus den richtigen Salzen und genügend Feuchtigkeit, um den Prozess in Gang zu bringen. Doch genau diese Bedingungen seien nicht nur in vielen Wüsten auf der Erde sondern auch auf dem Roten Planeten gegeben.

"In den Böden der Trockentäler gibt es eine ganze Menge an Salzen, die durch die Gischt des Meeres und von urzeitlichen Fjorden hierher gebracht wurden, als diese einst die Region überfluteten", so Levy. "Auch mit Schneeflocken gelangen Salze in die Täler und können hier Flächen sehr salzhaltigen Bodens entstehen lassen, die dann das Wasser als Feuchtigkeit regelrecht aus der Luft heraussaugen können."

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Liege etwa Natriumchlorid (Koch- bzw. Steinsalz) vor, so benötige es einen Tag lang eine Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent, um den Prozess in Gang zu bringen. "Handelt es sich aber um mit Kalziumchlorid gesättigte Böden, so braucht es dazu selbst an frostigen Tagen lediglich 35 Prozent Luftfeuchtigkeit."

Sobald sich eine Lake durch den Prozess gebildet hat, setzt sich der Vorgang solange weiter fort, bis sich der Feuchtigkeitsanteil der Pfütze dem Gehalt in der Atmosphäre angeglichen hat. "Es wirkt also ganz so, wie ein Siphon aus Salz", erläutert der Forscher.

Die Entsprechenden Böden, so stellten die Wissenschaftler fest, sind drei bis fünf Mal wasserhaltiger als der normale sonstige Boden und reich an organischen Materialen, darunter auch Mikroben. Dieser Umstand erhöht für die Forscher auch die Wahrscheinlichkeit, dass Ähnliches auch auf dem Mars vor sich gehen und zu finden sein könnte.

Zudem setzte der erhöhte Salzgehalt der Böden den Gefrierpunkt des Grundwassers zurück, wodurch weiterhin Feuchtigkeit aus der Luft gezogen werden kann, während andere feuchte Gebiete in den Tälern im Winter schnell zufrieren.

Auch wenn der Mars grundsätzlich weniger Luftfeuchtigkeit als die meisten Orte auf der Erde aufweist, so zeigten doch schon bisherige Studien, dass diese hoch genug ist, um die von Levy und Kollegen beschriebenen Prozesse anstoßen zu können.

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