Montag, 26. März 2012

Astrofotograf entdeckt Anomalie in der Marsatmosphäre

Erste Anzeichen der anomalen "Wolke" in der Marsatmosphäre am 19. März 2012. | Copyright: Wayne Jaeschke, exosky.net

Philadelphia/ USA - Nicht die mächtigen erdgestützten oder Weltraumteleskope von NASA, ESA oder ESO, sondern der Amateur-Astrofotograf Wayne Jaeschke war es, der in der Nacht auf den 20. März 2012 eine ungewöhnliche Struktur in der Marsatmosphäre entdeckte. Bislang rätseln Astronomen weltweit, um was es sich bei dieser als "anomale Wolke" bezeichneten Erscheinung genau handelt.

"Vergangene Nacht (...) habe ich ein merkwürdiges Merkmal über der Marsregion Acidalia Planitia entdeckt, das sich mit der Planetenrotation bewegt, was Staub auf dem Sensor ausschließt, und die über der Flanke aufzusteigen scheint", so beschreibt Jaeschke seine Entdeckung. Schon kurz nach seinem Aufruf an die astrofotografische und astronomische Gemeinschaft wurde die Struktur auch von zahlreichen Kollegen weltweit bestätigt und wird seither diskutiert. Auf seinen eigenen Aufnahmen entdeckte Jaeschke dann, dass sich schon am 19. März eine kleine "Warze" an selbiger Stelle abzeichnet, über der später und in den folgenden Tagen die "Wolke" aufstieg. Andere Astrofotografen wollen weitere Hinweise auf das Ereignis schon bis zum 12. März zurückverfolgen können.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Jaeschke selbst vermutet, dass es sich um einen Staubpilz in Folge eines Meteoriteneinschlags handeln könnte, verweist jedoch zugleich auch auf weitere Möglichkeiten, etwa eine Wassereiswolke bis in große Höhe der Marsatmosphäre oder ein sonstige ungewöhnliches Wetterphänomen.

5-Bild-Animation der Anomalie über 36 Minuten am 20. März 2012 | Copyright: Wayne Jaeschke, exosky.net

Mittlerweile sind auch Astronomen an Universitätsobservatorien auf die sonderbare Erscheinung aufmerksam geworden. "Derartige Wolken sind eigentlich nicht ungewöhnlich. Dass sie aber eine solche Größe erreichen, ist bemerkenswert und es ganz bestimmt Wert, (diese Erscheinung) genauer zu untersuchen", kommentiert Jonathon Hill von der Mars Space Flight Facility an der Arizona State University die Entdeckung gegenüber "Cosmic Log" auf MSNBC.

Jetzt soll die "Wolke" mit dem Wärmebildsystem THEMIS (Thermal Emission Imaging System) ab Bord der NASA-Marssonde Mars Odyssey ins Visier nehmen. Dieses ist nicht nur in der Lage, Aufnahmen im sichtbaren sondern auch im infraroten, thermalen Lichtspektrum zu erstellen. Letztere werden dann also auch Temperaturinformationen über die Anomalie auf dem Mars liefern können. Auch die Kamera des Mars Color Imager (MARCI) an Bord der Marssonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) soll auf die Struktur ausgerichtet werden.

Laut Jaeschke (exosky.net) ist die Anomalie, wenn auch mittlerweile kleiner geworden, immer noch vorhanden und sichtbar.

Zum Thema:


- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / exosky.net / cosmiclog.msnbc.msn.com

Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE