Montag, 12. März 2012

Gesellschaftliches Online-Diskussionsforum zu 9/11

Archiv: New York am 11. September 2001. | Copyright: Public Domain

Duisburg-Essen/ Deutschland - Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben die Welt geschockt. Fast jeder kann seine ganz persönliche Geschichte erzählen, wie er von der Katastrophe erfahren hat und die erschreckenden Bilder der brennenden Twin-Tower zum ersten Mal sah. Doch kann man deswegen von einer "Generation 9/11" in Deutschland sprechen? Dieser Frage gehen Soziologen der Universität Duisburg-Essen (UDE) jetzt in einem Online-Diskussionsforum nach.

- Bei dieser Meldung handelt es sich um eine Presseinformation der Universität Duisburg-Essen, uni-duisburg-essen.de


Prof. Dr. Carsten G. Ullrich und Dr. Daniela Schiek von der Fakultät für Bildungswissenschaften erforschen, wie die heute 30- bis 40-Jährigen die Anschläge erlebt und verarbeitet haben.

Unter "www.nach911.de" kann man ab dem 15. März seine ganz persönlichen Gedanken zum "Tag des Terrors" loswerden. "Mithilfe der Gruppendiskussion wollen wir untersuchen, wie die Erlebnisse vom 11. September gemeinsam erzählt, gegenseitig ergänzt und beurteilt werden", erläutert Projektleiter Prof. Ullrich. Hat 9/11das Weltbild und die politischen Befindlichkeiten verändert? Gestalten wir unter diesen Eindrücken die Zukunft anders? Das sind die zentralen Fragen, zu denen insbesondere die 1971 bis 1981 Geborenen in Deutschland Stellung nehmen sollen. Eine strikte Altersbegrenzung gibt es jedoch nicht.

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Diese Auseinandersetzung mit dem Thema ist neu: "Wir widmen uns einem Sachverhalt, der hierzulande bisher überraschenderweise noch kaum untersucht wurde", erklärt Ullrich. Kunst und Literatur haben sich bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt. Politische Veränderungen nach 9/11 lassen sich z.B. in der Datenüberwachung oder der Verteidigungspolitik beobachten. Der Frage nach einer gesellschaftlichen Zäsur habe man sich aber bisher noch nicht angenommen, so die Forscher.

Die Online-Studie ist Teil der Forschung im Profilschwerpunkt "Wandel von Gegenwartsgesellschaften" an der UDE und wird auch von diesem finanziert. Ab dem 15. März ist die Seite freigeschaltet, die Wissenschaftler hoffen auf eine rege Beteiligung. Erste Ergebnisse sollen im Herbst veröffentlicht werden.

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