Mittwoch, 21. März 2012

Gliese 581 d: Transfer möglichen Lebens auf ferner Super-Erde unwahrscheinlich

Künstlerische Darstellung des Systems Gliese 581. | Copyright: Lynette Cook/NASA

West Lafayette/ USA - Während Planetenwissenschaftler zuversichtlich darüber sind, dass auf der fernen Super-Erde "Gliese 581 d" Leben existieren könnte, bezweifeln US-Forscher in einer aktuellen Studie, dass dieses Leben von hier aus auch auf andere Planeten des Systems von Gliese 581 gelangen könnte.

"Eine der großen wissenschaftlichen Fragen ist jene, wo das Leben begann und wie es sich um Universum verteilen kann" erläutern Professor Jay Melosh und Laci Brock von der Purdue University, die die Ergebnisse der Studie aktuell auf der 43. Lunar and Planetary Science Conference in The Woodlands, Texas, vorgestellt haben. "Diese Fragestellung beschränkt sich aber nicht nur auf die Erde und das Sonnensystem, in dem es bekanntermaßen zum Austausch von Material zwischen den einzelnen Himmelskörpern und somit möglicherweise auch der Verteilung der Saat des Lebens - etwa durch Meteoriten - kommt."

Im Gegensatz zu unserem Sonnensystem glauben die Forscher jedoch nicht, dass ein solcher Vorgang auch im Gliese-581-System geschehen kann. Eine solche Verteilung von Materialien sei aufgrund der relativ großen Nähe vier bekannten Planeten um Gliese 581 unwahrscheinlich, da diese mit einer vergleichsweise hohen Umlaufgeschwindigkeit einhergeht.

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Im dem rund 20 Lichtjahre von der Erde entfernten Planetensystem um Gliese 581 sind bislang vier bestätigte Planeten bekannt (b-f). Die Existenz von zwei weiteren Planeten (f und g) sind unter Astronomen noch umstritten (...wir berichteten, s Links). "Giese 581 d" hat die etwa achtfache Masse der Erde ist somit eine sog. "Super-Erde" und umkreist seinen Stern mitten innerhalb dessen sogenannter habitabler Zone, also jener Abstandsregion innerhalb derer aufgrund gemäßigter Oberflächentemperaturen Wasser in flüssiger Forme und damit die Grundlage des (irdischen) Lebens existieren kann, einmal alle 66 Tage.

"Die Wahrscheinlichkeit, dass Material den Planeten 'd' verlässt und so auf einen der anderen Planeten gelangt, ist sehr gering wodurch er - biologisch betrachtet - sehr viel isolierter ist, als die inneren Planeten im Sonnensystem", so Brock.

Um Materialien in ähnlicher Form zu verteilen, das zeigen die Computersimulationen der Forscher, müsste das Gliese-581-System sehr viel ausgedehnter sein. "Keines der bislang entdeckten Planetensysteme um ferne Sterne weist die Möglichkeit auf, dass sich Leben darin von einem auf andere Himmelskörper übertragen haben könnte", fügt Melosh hinzu.

Jeder Materialauswurf vom "Planeten d" würde demnach aller Wahrscheinlichkeit in eine hyperbolische Umlaufbahn eintreten und schlussendlich aus dem System herausgeschleudert werden.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / purdue.edu

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