Freitag, 20. April 2012

Analyse belegt begrenzte genetische Vielfalt beim ausgestorbenen Tasmanischen Tiger

 
Historische Aufnahme: Tasmanischer Tiger in Gefangenschaft. | Copyright/Quelle: Tasmanian Museum and Art Gallery, Hobart, Tasmania / fv-berlin.de

Berlin/ Deutschland - Er gilt nicht nur als Ikone der von Menschen in der Moderne ausgerotteten Tierarten, sondern aufgrund zahlreicher Sichtungsmeldungen angeblich noch lebender Exemplare auch als Symbolfigur der Kryptozoologie: Der auch als Tasmanischer Wolf oder Beutelwolf bekannte Tasmanische Tiger (Thylacinus cynocephalus). Zoologen haben nun herausgefunden dass die Tiere nur über eine begrenzte genetische Variabilität verfügten. Die Ursache dafür vermuten die Forscher in der geographischen Isolation der Insel Tasmanien vom Festland Australien vor Zehn- bis Dreizehntausend Jahren.

Da sie es einer Art ermöglicht, sich an Veränderungen wie beispielsweise bei der Bekämpfung von neuen Krankheiten, verursacht durch äußere Einflüsse optimal anzupassen, gilt eine hohe genetische Vielfalt für eine Tierart als Vorteil. Aus diesem Grund waren Biologen schon lange an der genetischen Vielfalt des Beutelwolfs interessiert - gilt dessen exaktes Aussterbedatum doch als nachgewiesen, da am 7. September 1936 das letzte bekannte lebenden Exemplar im tasmanischen "Beaumaris Private Zoo" im australischen Hobart verstarb.

Ausgerottet wurden die Tasmanischen Tiger vornehmlich von den weißen Siedlern, die in den einen schädlichen Schafsräuber sahen. Eine Studie der Beißkraft des etwa hundsgroßen Tieres konnte jedoch erst im vergangenen Jahr nachweisen, dass seine Kiefer in Wirklichkeit zu schwach waren, um größere Tiere wie Schafe zu reißen (...wir berichteten).

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Mit Hilfe von traditionellen Methoden der DNA-Sequenzierung kombiniert mit der "Next Generation Sequencing"-Technologie, hat ein Team von internationalen Wissenschaftlern unter der Leitung von Dr. Brandon Menzies vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin und Professor Andrew Pask von der University of Connecticut in den USA demonstriert, dass die DNA-Variabilität zwischen den einzelnen untersuchten Proben der Tasmanischen Tiger nur sehr gering waren.

Wie die Forscher aktuell im Fachmagazin "PLoS ONE" berichten, verglichen sie die mitochondriale DNA, wie sie aus 102 bis 159 Jahre alten Museumsexemplaren extrahiert werden konnte. Das Ergebnis: Die Proben der Tasmanischen Tiger waren mehr als 99,5 Prozent übereinstimmend. Untersucht wurden DNA-Abschnitte, die normalerweise zwischen verschiedenen Individuen eine hohe Variabilität aufweisen. Beim Vergleich von Fragmenten des gesamten mitochondrialen Genoms waren die Sequenzen sogar mehr als 99,9 Prozent identisch.

"Die kürzlich ebenfalls publizierten Erkenntnisse zur begrenzten genetischen Vielfalt der Population des Tasmanischen Teufels (Sarcophilus harrisii), einem lebenden engen Verwandten des Tasmanischen Tigers, sowie die neuen Erkenntnisse zum Tasmanischen Tiger deuten darauf hin, dass die geringe genetische Variabilität der beiden Tierarten durch die geografische Isolation Tasmaniens vom australischen Festland vor etwa Zehn- bis Dreizehntausend Jahren verursacht wurde", berichtet die Pressemitteilung des Forschungsverbundes Berlin e.V. (fv-berlin.de).

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