Mittwoch, 25. April 2012

Astrobiologen fordern Sonden-Flotte zur Suche nach Leben auf dem Mars


Blick auf die Marsoberfläche. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Cornell/ASU

Pullman/ USA - Ein Expertenteam von US-Astrobiologen fordert eine neue, auf eine intensive Suche nach Leben ausgelegte Marsmission. Herzstück dieses Vorhabens soll eine kleine Flotte von Sonden sein, die sich an unterschiedlichen Orten in den Marsboden graben und hier eine Reihe von Untersuchungen nach Anzeichen von einstigem oder sogar noch vorhandenem Leben durchführen sollen.

Unter der Bezeichnung "Biological Oxidant and Life Detetction" (BOLD) kommt der Vorschlag des BOLD Mission Teams um den deutschen Astrobiologen Dirk Schulze-Makuch von der Washington State University (WSU) nahezu zeitgleich mit der Neuausrichtung des Mars-Forschungsprogramms der NASA (...wir berichteten, s. Links).

Wie die Wissenschaftler aktuell im Fachmagazin "Planetary and Space Science" berichten, soll BOLD "die großen Fragen rund um den Mars direkt ansprechen und nicht um den heißen Brei herumreden."

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"Da derzeit die Gelder (der NASA) für die Erforschung des Weltraums mehr und mehr zusammengestrichen werden, brauchen wir einige faszinierende Ergebnisse, die nicht nur die Experten und Wissenschaftler sondern auch die Öffentlichkeit interessieren."

Die Sondenflotte der BOLD-Mission soll demnach aus sechs Sonden mit jeweils 130 Pfund Gewicht bestehen, die an unterschiedlichen Orten auf dem Mars abgesetzt werden sollen.

Technische Konzeptskizze einer BOLD-Sonde (Illu.). | Copyright: BOLD Mission Team

An Fallschirmen sollen die pyramidenförmigen Sonden zur Oberfläche schweben, dort rund 30 Zentimetern Tiefe eine Bodenprobe entnehmen und diese noch vor Ort einer Reihe von Experimenten unterziehen. Die daraus gewonnen Daten sollen dann von einem Satelliten in einer Marsumlaufbahn zur Erde gefunkt werden.

Durch Befeuchtung der Bodenproben sollen die darin enthaltenen anorganischen Ionen, der pH-Wert und die Lichteigenschaften gemessen und damit die darin beinhaltete Konzentration von Wasserstoffperoxid bestimmt werden. Eine Mischung aus Wasser und Wasserstoffperoxid könnte, so Schulze-Makuch von potentiellen Mars-Mikroben als interne Flüssigkeit genutzt werden und zugleich für zahlreiche bislang nur ansatzweise verstandene Messungen der Viking-Mission in den 1970er Jahren verantwortlich sein.

Mit einem ebenfalls vorhandenen Mikroskop sollen die Sonden noch auf dem Mars in den Proben nach Strukturen Ausschau halten, die irdischen Mikrofossilien gleichen - also Fossilien mit einer Größe zwischen drei Hundertstel Millimeter und einem Millimeter.

Weitere Instrumente an Bord der Sonden sollen nach langen Molekülketten fahnden, wie sie den langen Ketten von Nukleinsäuren gleichen, die von irdischem Leben erzeugt werden, oder auch Experimente der Viking-Mission mit höherer Genauigkeit wiederholen, von denen die Forscher mittlerweile annehmen, dass diese Ende der 1970er Jahre organisches Material und damit Anzeichen von Leben selbst zerstört oder schlicht und einfach übersehen haben könnten.

Die Wahrscheinlichkeit einer heilen Landung auf dem Mars sehen die Wissenschaftler für jede der Sonden bei rund 50 Prozent - genug um mit insgesamt sechs Sonden einen Erfolg der Mission zu gewährleisten.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / wsu.edu
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