Montag, 23. April 2012

Methansee auf Saturnmond Titan ähnelt Salzsee-Pfanne in Namibia

Der Ontario Lacus auf Saturn gleicht der Etosha-Pfanne in Namibia. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: JPL/NASA. Envisat (Radarbild Erde) ESA, LPGNantes (Comp.)

Nantes/ Frankreich - Die Neuauswertung von Bilddaten der NASA-Saturnsonde Cassini legen nahe, dass auf dem Saturnmond Titan mit dem Methan-Ethansee Ontario Lacus eine Entsprechung der sogenannten Etosha-Salzpfanne, dem Boden eines ehemaligen Sees im Norden Namibias, existiert.

Wie die Forscher um Thomas Cornet von der Université de Nantes und Bonnie Buratti vom "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) der NASA aktuell im Fachmagazin "Icarus" berichten, zeigen Merkmale des Titansees, dass dieser im Gegensatz zu früheren Vermutungen nicht fortwährend vollständig mit flüssigen Kohlenwasserstoffen (Methan, Ethan, Propan) gefüllt ist. Somit zeichnen die neuen Daten eher das Bild einer relativ flachen Absenkung im Gelände als das eines Sees. Diese fülle sich immer wieder mit Flüssigkeit aus dem Untergrund.

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Auf diesem Umstand deuten zum einen langanhaltende Kanäle im Uferboden und ringförmige Ablagerungen entlang der Uferlinien hin. "Aus unseren Beobachtungen schlussfolgern wir, dass der feste Untergrund des Ontario Lacus mit großer Wahrscheinlichkeit in diesen Regionen freiliegt", so Cornet. Da der trockene Teil des Sees jedoch wahrscheinlich von einer mit Flüssigkeit gesättigten Salzkruste bedeckt ist, erscheine dieser auf den bisherigen Radaraufnahmen die gesamte Fläche als flüssige Oberfläche. Schon zuvor hatten NASA-Wissenschaftler schwankende Pegelstände des Ontario Lacus dokumentiert (...wir berichteten).

Aufgrund dieser Merkmale gleicht der Ontario Lacus der sogenannten Etosha-Salzpfanne im nördlichen Nambia. Auch dieses Seebett füllt sich immer wieder mit einer flachen Wasserschicht aus während der Regenzeit an die Oberfläche steigendem Grundwasser. Kurze Zeit später verdampft dieses Wasser dann wieder und hinterlässt so am einstigen Uferverlauf die charakteristischen Ablagerungsringe.

Während sich die Etosha-Pfanne mit Wasser füllt, handelt es sich im Falle des Ontario Lacus auf Titan um ein Gemisch auf flüssigem Methan, Ethan und Propan - der Kreislauf, durch den die Becken gefüllt werden, erscheint jedoch sehr ähnlich. Neben der Erde ist Titan der einzige bislang bekannte Himmelskörper, auf dem ein Flüssigkeitskreislauf existiert und wie auf der Erde, so sind auch die Seen auf dem Saturnmond Teil dieser Prozesse.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / esa.int
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