Sonntag, 22. April 2012

Neurekonstruktion historischer Fußspuren zeichnen neues Bild des Yetis

Die 1951 von der Cronin-Expedition am Mount Everest gefundenen Spuren im Schnee. | Quelle: cryptomond.com

Pocatello/ USA - Kaum eine Entdeckung hat die fast schon ikonografische Vorstellung vom legendären Yeti so stark geprägt, als mächtige Fußspuren, die 1951 im Schnee des Himalaja gefunden wurden. Gerade die ungewöhnliche Fersenbreite der Abdrücke war es, die zum Bild des Yetis als massigem Schneemenschen beigetragen haben. Eine Neuinterpretation und Rekonstruktion der Abdrücke durch den auf Anatomie spezialisierten Anthropologen und Kryptozoologen Professor Jeffrey Meldrum zeichnet nun ein neues Bild der Füße, die die Spuren verursacht haben. Diese gleichen vielmehr jenen eines Menschenaffen als die des ungelenken Zerrbildes des Yetis in der Populärkultur.

Entdeckt wurden die Spuren 1951 von Teilnehmern einer Expedition zum Mount Everest unter der Leitung des Höhenbergsteigers Eric Shipton, gingen damals in Form von Fotoaufnahmen wie ein Lauffeuer um die Welt und wurden zu fotografischen Ikonen des Yeti (s. Abb. o.). Kurze Zeit später entstanden auch schon die ersten Rekonstruktionsversuche anhand der Fotoaufnahmen, da vor Ort keine Abgüsse der Spuren genommen wurden. Prägend hierbei wurde die Rekonstruktion des Zoologen Wladimir Tschernezky.

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Als anerkannter Experte für die Morphologie und Bewegungsabläufe von Primaten, ist sich Meldrum in seiner Neubetrachtung der Shipton-Spuren sicher und mit anderen Kryptozoologen wie Loren Coleman und John Napier einig, dass die auffallend breite Ferse der Abdrücke vornehmlich das Ergebnis von Schmelzprozessen ist, die die eigentlichen Abdrücke deformiert hatten.

Die erste Rekonstruktion eines der Cronin-Abdrücke durch W. Tschernezky (l.) im vergleich zur Neuinterpretation durch J. Meldrum (r.). | Quelle: cryptomundo.com

"Meine neuen Rekonstruktion (der von der Shipton-Expedition gefundenen Fußspuren) basiert auf einer etwas anderen Interpretation des Verhältnisses zwischen dem eigentlichen Fußabdruck und des Musters geschmolzenen Schnee-Eises. Nun entsteht eine deutlich menschenaffenartigere Erscheinung mit einer keilförmigen Ferse und einem abweichenden (opponierbaren) großen Zeh (s. Abb. r.). Der vergrößerte zweite Zeh erklärt sich vielleicht durch eine Krankheit, etwa durch Makrodaktylie (Überlänge einer Extremität)", wird Meldrum von Loren Coleman auf "Cryptomundo.com" zitiert.

Neben der Neuinterpretation den Shipton-Spuren hat sich Meldrum auch Spuren gewidmet, die im Dezember 1972 von Teilnehmern einer Expedition der US-Zoologen Edward W. Cronin und Dr. Howard Emery am Kongmaa La Mountain im Arun Valley im nordöstlichen Nepal entdeckt wurden. Auch diese Yeti-Spuren weisen nun deutlich größere Ähnlichkeiten zu denen von Menschenaffen (Pongiden/Hominiden) auf als zu dem bisherigen Bild des Yetis.


Die von der Shipton-Expedition 1972 entdeckten Fußspuren. | Quelle: cryptomundo.com

Allerdings deutete die Spurenabfolge auf ein aufrecht gehendes Wesen hin, dass sich nachts zwischen den Zelten bewegt hatte. Die Spuren waren 23 Zentimeter lang und 12 Zentimeter breit. Auch die Länge des Weges, der anhand der Fußspuren nachvollzogen werden konnte, ließ die Forscher aufgrund des unebenen und teilweise extrem steil ansteigenden Terrains zu dem Schluss kommen, dass sie sicherlich nicht von einem Menschen verursacht wurden.

Meldrums Neuinterpretation einer der Shipton-Spuren. | Quelle: cryptomundo.com

Auf einem Vortrag vergleicht Jeffrey Meldrum (Vdgr.) seine Neuinterpretation der Shipton-Spur (l.) und eines Gorillafußes (r.). | Quelle: crptomundo.com

Muss die Vorstellung vom Yeti als massigem "Zottel" mit überbreiten Füßen (s. Abb.) im Sinne eines eher an einen Großaffen ähnlichen jedoch aufrecht gehenden Wesens revidiert werden?

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / cryptomundo.com
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