Samstag, 21. April 2012

Wissenschaftler warnt eindringlich vor gewaltigem Sonnensturm

Diese Sonneneruption am 16. April 2012 war nicht in Richtung Erde gerichtet. | Copyright: NASA/SDO/AIA

London/ England - Der britische Sonnenforscher Professor Mike Hapgood vom Weltraumlabor (RAL) des britischen Wissenschaftsrates "Science and Technology Facilities Council" (STFC) hat in einem Artikel die immer noch existente Anfälligkeit unserer technologisierten Gesellschaft gegenüber den Auswirkungen von schweren Sonnenstürmen gewarnt. Die Menschheit müsse sich auf einen gewaltigen Sonnensturm vorbereiten, wie er nur alle 1.000 Jahre vorkomme.

Bereits in der Vergangenheit haben Sonneneruptionen und die damit einhergehenden erdgerichteten Sonnenstürme zu erheblichen Störungen und Ausfällen irdischer Kommunikations- und Energienetzwerke geführt. Doch trotz der verbesserten Fähigkeiten von Sonnenforschern, derartige Ausbrüche und ihre Auswirkungen auf die Erde vorherzusagen, sei - so Hapgood - unsere Zivilisation noch immer nur unzureichend auf ein solches Ereignis vorbereitet.

Zuletzt sorgte im März 1989 ein heftiger Sonnensturm für eines landesweiten Stromausfall in Kanada und damit einhergehenden Folgeschäden von mehren Milliarden Dollar - dabei war dieser Sonnensturm im Vergleich zu vorangegangenen Ereignissen in den Jahren 1859 und 1921 noch vergleichsweise milde. Da unsere Zivilisation damals jedoch noch kaum technologisiert war, führte etwa der Sturm des sogenannten Carrington-Ereignisses 1859 lediglich zum Durchbrennen irdischer Telegrafenleitungen.

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"Wir wissen mittlerweile, dass ein Sonnensturm von der Stärke dieser beiden Ereignisse noch gravierendere Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben würde. Einige Regionen könnten mehrere Monate von der Stromzufuhr getrennt werden und zu finanziellen Verlusten in Billionenhöhe führen."

"Tatsächlich", so warnt der Experte in seinem aktuell in Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Kommentar weiter, "sollten wir uns jedoch auf einen noch schweren Sonnensturm vorbereiten - einen Sturm, wie er nur einmal in tausend Jahren vorkommt."

Filmaufnahmen der Sonneneruption vom 16. April 2012


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Jetzt brauche es ein noch besseres Verständnis über die möglichen Folgen derartiger Ereignisse. Schon jetzt ist bekannt, dass sogenannte koronale Massenauswürfe zu geomagnetischen Stürmen führen können, die GPS-Signale, aber auch die Radiokommunikation und Energienetzwerke auf der Erdoberfläche Kommunikationssatelliten beschädigen und lahm legen können.

Viele Regionen auf der Welt könnten sich von derartigen Auswirkungen möglicherweise nur langsam erholen und selbst in fortschrittlich technologisierten Ländern aber man nur wenig Erfahrung mit einem Worst-Case-Szenario und dessen Bewältigung.

Wie schon die NASA zuvor (...wir berichteten) ruft auch Hapgood die politischen Entscheidungsträger zum Handeln auf, um Programm zur Sonnenbeobachtung zu modernisieren und Studien auszuweiten und die Kommunikations- und Energienetzwerke vor den Auswirkungen eines Mega-Sonnensturms abzusichern.

Grundsätzlich sollten gewaltige Sonnenstürme mit anderen gewaltigen Naturkatastrophen gleichgesetzt werden: "Da sie so selten sind, übersteigen diese Ereignisse oft jegliche Erfahrungen der Betroffenen. Es ist also nur allzu menschlich, dass wir und auch die politischen Entscheidungsträger dazu neigen, sie zu ignorieren oder die Gefahr vor uns herzuschieben", so Hapgood gegenüber "Space.com".

"Derartige Ereignisse werden aber irgendwann passieren. Wir müssen sie also besser verstehen und dann entscheiden, wie weit wir in unseren Bemühungen gehen wollen, uns vor den Auswirkungen zu schützen. Damit sollten wir aber ganz bestimmt nicht so lange warten, bis sie passieren."

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Sonnensturm 2012: NASA-Studie über soziale und ökonomische Auswirkungen einer Super-Sonneneruption

23. Januar 2009


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / stfc.ac.uk / space.com
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