Sonntag, 6. Mai 2012

Acidalia Planitia: ESA-Sonde fotografiert einstige Kraterseen und verzweigte Flusstäler auf dem Mars

Draufsicht auf die Marsebene Acidalia Planitia mit verzweigten dendritischen Abflusssystemen. | Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Berlin/ Deutschland - Aufnahmen der hochauflösenden Stereokamera HRSC an Bord der ESA-Raumsonde "Mars Express" zeigen Geländedetails der Marsebene Acidalia Planitia, In dieser Zone des Übergangs vom Marshochland in das nördliche Tieflandfinden finden sich auch zahlreiche Flusstäler. Einige dieser Täler weisen ein sogenanntes dendritisches Rinnenmuster auf, das in seiner Form an die gleichmäßigen Verzweigungen eines Baumes erinnert und durch Niederschlag, zum Beispiel in Form von Regen oder Schnee entsteht. Die Existenz dendritischer Abflusssystemen belegt ein weiteres Mal, dass der Mars früher zumindest zeitweise ein anderes, vermutlich wärmeres und feuchteres Klima hatte.

"Im nördlichen Teil der Aufnahmen sind vereinzelte Brüche in der Marskruste zu erkennen, die sich in die angrenzende Region Idaeus Fossae (außerhalb dieser Aufnahmen) fortsetzen", erläutert die Pressemitteilung des die HRSC-Kamera betreibenden Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR.de) und führt weiter aus:

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"Aus diesen Brüchen könnte Wasser, das in Hohlräumen im Untergrund gespeichert war, ausgetreten sein. Im Westen der Szene, im oberen Bildabschnitt der Draufsichten, sind einige zehn bis zwanzig Kilometer große und von Sedimenten verfüllte Krater zu erkennen, aus denen die Flusstäler zum Teil direkt entspringen. Die Vermutung liegt nahe, dass die Kraterbecken einst mit Wasser gefüllt waren und Seen aufstauten. Im mittleren Abschnitt des Bildes fallen einige kleinere und sehr gut erhaltene Krater auf, die vermutlich erst nach dem Ende der Wasseraktivität entstanden und nicht von den Wassermassen angefüllt und abgetragen oder durch dort abgelagerte Sedimente verfüllt wurden."

Für Forscher sind solche Gebiete von großer Bedeutung, da die deutlichen Hinweise auf Kraterseen die Anwesenheit von Oberflächenwasser in der Marsgeschichte belegen: "Die Sedimente solcher Seen sind für astrobiologische Untersuchungen besonders interessant, da das Vorhandensein von Wasser über längere Zeiträume eine gute Voraussetzung für die Entwicklung von Mikroorganismen ist."

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