Mittwoch, 23. Mai 2012

Archäologen finden spektakuläre Grabkammer mit 80 Mumien in Peru


Blick auf die aktuellen Ausgrabungen von Pachacamac. | Copyright: ULB

Brüssel/ Belgien - In Peru haben belgische Archäologen einen spektakulären Fund gemacht: In einer großen Grabkammer in Pachacamac fanden die Forscher 80 teilweise sehr gut erhaltene Mumien und Skelette unterschiedlichen Alters.

Rund 30 Kilometer von Lima entfernt an der Pazifikküste gelegen, wurde das etwa 1000 Jahre alte Pachacamac von unterschiedlichen Kulturen, darunter auch von den Inkas, als kulturelles Zentrum, genutzt und steht derzeit kurz vor der Aufnahme in die Welterbe-Liste der UNESCO.

Wie das Team um Professor Peter Eeckhout von der Université libre de Bruxelles (ULB) berichtet, befindet sich die große Grabkammer direkt vor dem großen Tempel von Pachacamac und zählt schon jetzt zu den wichtigsten dortigen Funden.

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Unter Grabfunden jüngeren Datums fanden die Forscher eine ungewöhnlich große Grabkammer von 20 Metern Länge, die auf wundersame Weise die Plünderungen des Ortes während der Kolonialzeit unberührt überstanden hat.

Die Kammer selbst hat eine ovale Form und war von einem Reeddach abgedeckt, dass auf verzierten Baumstämme ruht. Zu den Mumien gehören etwa ein Dutzend Babys und Kleinkinder, die entlang des Umfangs des Raumes verteilt platziert wurden. Die Hauptkammer ist hingegen durch eine Ziegelwand in zwei Teile aufgeteilt und enthält weitere Körper, die alle in der charakteristischen Fötushaltung beigesetzt worden waren (s. Abb.).

Bei den Verstorbenen handelte es sich um Personen jeglichen Alters und Geschlechts, die gemeinsam mit Grabbeigaben wie Töpferware, Tieren (darunter vornehmlich Hunde und Meerschweinchen), sowie Gegenständen aus Gold und Kupfer, bemalte Holzmasken und Kalebassen beigesetzt wurden.

Erste Untersuchungen durch ein Team unter der Leitung von Dr. Lawrence Owens von der University of London deuten daraufhin, dass zwischen vielen der hier beigesetzten Toten ein Verwandtschaftsverhältnis bestand. Während einige offenbar aufgrund natürlicher Ursachen zu Tode gekommen waren, fanden die Forscher an den Überresten zahlreicher anderer Individuen Hinweise auf tödliche Verletzungen, physische Traumata und schwere Krankheiten.



Archivaufnahmen früherer Mumienfunde in Pachacamac. | Copyright: ULB

Da schon früher Grabfunde zahlreiche Krankheitsbilder offenbart hatten, bestärkt auch der aktuelle Funde die Wissenschaftler in ihrer Theorie, dass Pachacama einst als Pilgerort genutzt wurde, dem - ähnlich dem heutigen Lourdes - Heilkräfte zugesprochen wurden.

Weitere Untersuchungen vor Ort sollen nun klären, ob es sich bei der Grabkammer um ein zur gleichen Zeit genutztes Massengrab handelt, oder ob die Leichen hier über einen längeren Zeitraum verteilt, unabhängig voneinander beigesetzt worden waren. Auch steht aufgrund der auffallend hohen Anzahl von Kinderleichen weiterhin die Frage im Raum, ob diese möglicherweise geopfert wurden.

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