Samstag, 5. Mai 2012

Astronomisches Himmelsschauspiel: Haleys-Meteorstrom und Riesenmond am Wochenende


Archivfoto: Vollmond. | Copyright: Sebastian Voltmer, weltraum.com

Saarbrücken/ Deutschland - Am Wochenende stehen astronomisch Interessierten gleich zwei Höhepunkte bevor: Zum einen erreicht der Mond bei Vollmond seinen erdnächsten Punkt, was in diesem Jahr zu einem buchstäblichen "Supermond" am Himmel führt, zum anderen erwarten Astronomen den jährlichen Meteorstrom der "Eta Aquariden" dessen "Sternschnuppen" vom Halleyschen Kometen (1P/Halley) stammen. Über die möglichen Auswirkungen des sogeannten "Supermonds" streiten sich indes Forscher und Experten.

In der Nacht auf den 6. Mai 2012 wird der Mond mit 356.955 Kilometern Entfernung zur Erde seinen erdnächsten Punkt, das sogenannte Perigäum erreichen. Dadurch wird der Erdtrabant dann ganze 14 Prozent größer und 30 Prozent heller am Himmel erscheinen als sonst.

Die jahreszeitlich bedingte unterschiedliche Größe des Mondes am Himmel ergibt sich aus seiner leicht ellipsenförmigen Umlaufbahn mit einer Exzentrizität von 0,055, die ihn an seinem der Erde am weitest entfernten Punkt, dem Apogäum, auf einen Abstand von bis zu 406.740 Kilometern führen kann.

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Am deutlichsten wird der Größenunterschied, wenn der Mond vergleichsweise dicht über dem Horizont steht, da der Erdtrabant dann aufgrund der Möglichkeit des Größenvergleichs zu bekannten irdischen Größen wie Häusern, Bergen oder Bäumen, sowieso größer wirkt als wenn er hoch am Himmel steht.

Befürchtungen, dass der auch als "Supermond" bezeichnete Mond aufgrund einer stärkeren Anziehungskraft zu Naturkatastrophen wie Erdbeben und Flutwellen führen kann, werden zumindest von den meisten Naturwissenschaftlern verneint. Auch Astronomen von NASA und der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) geben derzeit Entwarnung und erklären etwa, dass die vom Mond veränderten Meeresspiegel "nur wenige Zentimeter" über den sonstigen Werten liegen". In einigen Regionen könne dies zwar zu einem Anstieg von rund 15 Zentimetern führen, was aber "nicht wirklich als Flut" bezeichnet werden könne. Tatsächlich, ist der "Supermond" eine regelmäßige Erscheinung. Zuletzt war ein solcher Riesenmond am 19. März 2011 zu sehen. Allerdings kam und kommt er 2011 und 2012 der Erde so nah, wie zuvor seit 1992 nicht mehr.

Und gerade hier harken Kritiker dieser "Beschwichtigungen" ein, wenn sie auf das fatale Erdbeben von Japan am 11. März 2011 in Japan hinweisen. Auch wenn es nicht mit dem "Supermond" zusammenfiel, so sei das Beben doch durch die zunehmende Annäherung des Mondes in Richtung der damaligen großen Annäherung an die Erde hervorgerufen worden. Ein Anstieg des Meeresspiegels um "wenige Zentimeter über Normal", wie es die NASA- und NOAA-Experten beschreiben, klinge im ersten Moment zwar recht klein. Umgerechnet auf die dabei tatsächlich zusammenkommende Wassermasse, sei der Effekt jedoch massiv und könne sehr wohl Auswirkungen etwa auf tektonische Vorgänge haben – nicht zuletzt, da der Mond nicht nur die Meere sondern, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß, auch die Landmassen anhebt.

Für einen direkten zeitlichen Zusammenhang zwischen der eigentlichen Vollmondphase und dem Auftreten von Erdbeben, gibt es in den astronomischen und geologischen Daten jedoch nicht. Laut dem Seismologen John Vidale von der University of Washington in Seattle sei lediglich ein Anstieg von weniger als einem Prozent von Erdbeben während der Vollmondphasen aus den umfangreichen historischen Daten abzulesen. Grund für Sorge aufgrund eines erhöhten Erdbebenrisikos bestehe aus wissenschaftlicher Sicht also nicht.

Astronomen könnte der "Supermond" aber dennoch einen Strich durch Rechnung machen, zumindest was die Hoffnungen auf eine ungestörte Beobachtung des Höhepunkts der Eta-Aquariden anbetrifft. Die um 30 Prozent gesteigerte Helligkeit des Mondes dürfte die Leuchtkraft erwarteten Sternschnuppen dieses Meteorschauers (der jährlich vom 19. April bis 28. Mai wiederkehrt) merklich verblassen lassen. Normalerweise sind die Eta-Aquariden von Mitteleuropa aus auch nur kurz vor der Morgendämmerung beobachtbar. Durch den flachen Eintrittswinkel der Meteore in die Atmosphäre, erscheinen die Flugbahnen dieser Sternschnuppen am Himmel allerdings länger als gewöhnlich. Astronomen rechnen auch in diesem Jahr mit durchschnittlich bis zu 60 Sternschnuppen pro Stunde.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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