Donnerstag, 3. Mai 2012

Dinosaurier schon vor Einschlag des Killer-Asteroiden vor 65 Millionen Jahren in Not


Künstlerische Darstellung des Einschlags des sogenannten Chicxulub-Asteroiden vor rund 65 Millionen Jahren (Illu.).
| Copyright: NASA


München/ Deutschland - Allgemein gilt der Einschlag eines gewaltigen Asteroiden auf die Erde vor 65 Millionen Jahren, am Ende der Kreidezeit, als Auslöser des Massenaussterbens der Dinosaurier. Eine neue Studie US-amerikanischer und Deutscher Paläontologen zeigt nun: "Tatsächlich war die Sache wohl sehr viel komplexer als bislang vermutet wurde."

Wie die Forscher um Steve Brusatte vom American Museum of Natural History in New York und Kollegen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Bayrischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie in München aktuell im Fachmagazin "Nature" berichten, belegt ihre Studie "einen Rückgang der Diversität von großen, kauenden Pflanzenfressern in der Endphase der Kreidezeit beobachten. Fleischfresser und nicht-kauende Pflanzenfresser waren hingegen nicht betroffen. Insgesamt schienen geographische Faktoren den Erfolg der einzelnen Gruppen zu beeinflussen."

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Schon frühere Untersuchungen zum Aussterben der Dinosaurier hatten sich zumeist auf die Veränderung der Artenzahl während der Endphase der Kreidezeit konzentriert, wie sie aber nicht immer präzise ermittelt werden. In der neuen Studie analysierten die Wissenschaftler daher die Veränderung der körperlichen Variabilität von insgesamt 150 Arten aus sieben Dinosaurier-Gruppen, basierend auf anatomischen Merkmalen im Skelettbau: "Nehmen die Unterschiede im Skelettbau innerhalb einer Gruppe über die Zeit zu, könnte dies auf eine Auffächerung in neue Arten hindeuten. Eine Abnahme der Variabilität könnte hingegen ein mögliches Aussterben anzeigen."

"In den Augen der meisten Leute sind Dinosaurier nur riesige Ungeheuer aus grauer Vorzeit“, erläutert Richard Butler von Ludwig-Maximilians-Universität. "Tatsächlich waren Dinosaurier aber extrem divers. Zum Ende der Kreidezeit lebten immer noch hunderte Arten, die sich in Größe, Form und Nahrungsspektrum stark unterschieden.“ Zudem untermauert die Studie, dass sich die einzelnen Gruppen dabei auch sehr unterschiedlich entwickelt zu haben scheinen.

Alleine für die letzten zwölf Millionen Jahre der Kreidezeit ermittelten die Wissenschaftler einen Rückgang der Diversität für Hadrosauer und Ceratopsier, zwei Gruppen großer, kauender Pflanzenfresser. Im Gegensatz dazu blieb die Diversität von Fleischfressern wie den Tyrannosauriern und Coelurosauriern, von mittelgroßen Pflanzenfressern wie den Pachycephalosaurieren und Ankylosauriern sowie von den riesigen Pflanzenfressern, den Sauropoden, stabil oder erhöhte sich sogar leicht.

"Allerdings war zum Beispiel der Rückgang der Diversität bei Hadrosauriern kein globales Phänomen", erläutert die Pressemitteilung der LMU (uni-muenchen.de). "Während die Diversität der nordamerikanischen Arten abnahm, konnte in Asien dagegen eine Zunahme beobachtet werden." Diese unterschiedliche regionale Entwicklung könnten mit demnach extremen geografische Veränderungen wie Schwankungen der Meeresspiegel und Gebirgsbildungen zusammenhängen, die zeitgleich in Nordamerika stattfanden.

"Aber auch wenn die Diversität einiger Gruppen oder regionalen Faunen zurück ging, bedeutet das nicht, dass die Dinosaurier am Ende der Kreidezeit automatisch dem Untergang geweiht waren", betont Mark Norell vom American Museum of Natural History. Die Diversität der Dinosaurier veränderte sich ständig während des Erdmittelalters und war daher ein ganz normaler Prozess. Erst der Einschlag eines riesigen Asteroiden am Ende der Kreidezeit besiegelte das Schicksal dieser extrem erfolgreichen Wirbeltiergruppe.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / uni-muenchen.de / nature.com
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