Donnerstag, 31. Mai 2012

Gewaltige Einschläge könnten den Mars lebensfreundlich erwärmt haben


Blick auf den östlichen Rand der Mars-Tiefebene Argyre Planitia (v.r.), mit dem "Smiley"-Krater "Galle" im Hintergrund. | Copyright: NASA

Palo Alto/ USA - Noch heute künden gewaltige Krater in der Marsoberfläche von Einschlägen besonders großer Asteroiden bzw. Meteoriten und/oder Kometen vor Jahrmilliarden. Diese Einschläge, so schlussfolgern US-Forscher in einer aktuellen Studie, könnten den Roten Planeten genügend aufgewärmt haben, um den heute wieder kalten und trockenen Mars einst warm, feucht und damit lebensfreundlich gemacht zu haben.

Die größten Einschlagskrater in der Marskruste entstanden vor rund 3,7 bis 4,1 Milliarden Jahren. Zu ihnen zählt etwa das Becken der Tiefebene Argyre Planitia, ein einstiger Krater mit einem Durchmesser on 1.140 Kilometern, der vor 3,8 bis 3,9 Milliarden Jahren von einem 100 bis 200 Kilometer großen Objekt geschlagen wurde. Die Entstehungszeit dieser gewaltigen Krater stimmt erstaunlich genau mit der von ausgedehnten und verzweigten, heute ausgetrockneten Flusstälern und Canyons überein.

Wie die Planetenwissenschaftler Teresa Segura von der privaten Weltraumfirma "Space Systems/Loral" und ihre Kollegen Christopher McKay und Owen Toon aktuell im Fachmagazin "Icarus" berichten, übertraf der den Argyre-Krater verursachende Einschlag mit der Kraft von rund 100 Milliarden Megatonnen TNT die Energie jeglicher Atombomben und selbst jener des Asteroiden, dessen Einschlag vor rund 65 Millionen Jahren für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich gewesen sein soll, um ein Vielfaches.

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Entsprechend, so die aktuelle Studie, hätten diese Ereignisse nicht nur die Oberflächentemperatur des Planeten um mehrere hundert Grad erhöht, sondern die Wärme wäre auch nicht so schnell wieder verflogen. Stattdessen könnte die gewaltige Erwärmung einhergehend mit den bei den Einschlägen freigesetzten Treibhausgasen sogar zu einem unkontrollierten Treibhauseffet geführt haben, der den Mars auch auf lange Sicht auf angenehme Temperaturen erwärmt hätte.

Aufgrund ihrer Berechnungen für den Mars, erläutern die Wissenschaftler gegenüber dem NASA-Onlineportal "Astrobiology Magazine" (astrobio.net), dass "jeder erdartige Planet, also auch Venus und die Erde selbst aber auch ferne Exoplaneten, eine zeitweilige oder gar permanente, durch Treibhauseffekte bedingte Klimaerwärmung erlebt haben könnte, die durch entsprechen gewaltige Einschläge hervorgerufen wurden."


Die Lage und Topografie von Argyre Planitia, östlich davon deutlich erkennbar: Der Galle-Krater. | Copyright: Public Domain

Während der Mars durch einen derartig induzierten und unkontrollierten Treibhauseffekt sich sogar so sehr aufgeheizt hätte, dass flüssiges Wasser an der Oberfläche verdampft wäre, so hätte sich diese Hitze aber auch wieder abgekühlt. Ultraviolettes hätte dann zusehends dazu geführt, dass die Marsatmosphäre ihr Wasser ins All verloren und sich der Rote Planet weiterhin abgekühlt hätte. Trotz dieses Vorgangs wäre der Mars jedoch wahrscheinlich für eine sehr lange Zeit angenehm temperiert geblieben, sodass sich auch ein Wasserkreislauf mit Regen bilden konnte, der dann Flüsse und Seen auf dem Mars entstehen ließ.

Wie lange eine solche Phase in Folge von Einschlägen jedoch angedauert haben könnte, geht aus den Ergebnissen der Studie noch nicht hervor. Die Forscher vermuten allerdings, dass der Mars auf diese Weise mindestens mehrere Jahrhunderte warm und feucht geblieben wäre.

Ängste vor einem durch einen vergleichbaren heutigen Einschlag ausgelösten unkontrollierbaren Treibhauseffekt, seien jedoch aus einem sehr einfachen Grund unbegründet, erläutert Segura: "Zwar können entsprechende Einschläge derartige Auswirkungen haben. Wenn die Erde aber von einem dafür notwendig großen Objekt - wie es einst auch den Argyre-Krater geschlagen hatte - getroffen werden würde, so bliebe auf der Erde wahrscheinlich niemand mehr übrig, der sich über den darauf folgenden Treibhauseffekt Sorgen machen könnte..."


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Quelle: NASA, astrobio.net
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