Mittwoch, 2. Mai 2012

Kältester Stern erhöht Wahrscheinlichkeit von außerirdischem Leben

Künstlerische Darstellung eines Braunen Zwergsterns (Illu.). | Copyright: R. Hurt/NASA 

University Park/ USA - Mit dem weltgrößten Radioteleskop nahe Arecibo auf Puerto Rico haben US-Astronomen den bislang kältesten bekannten Stern entdeckt, der Radiowellen aussendet. Die Konsequenzen dieser Entdeckung sind weitreichend und könnten unter anderem die Wahrscheinlichkeit von außerirdischem Leben deutlich erhöhen.

Wie das Team um Matthew Route und Alex Wolszczan vom Department of Astronomy and Astrophysics und dem Center for Exoplanets and Habitable Worlds an der Penn State University berichten, entdeckten sie den Stern bei der Suche nach Brauen Zwergen. Bei diesem Zwergstern handelt es sich um kleine und kühle Sterne, die die Schwelle zwischen Gasriesen und Sternen markieren.

Der nun entdeckte Radio-Stern trägt die Bezeichnung "J1047+21", befindet sich rund 33.6 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Löwe (Leo) und ist nur geringfügig größer und wärmer als Jupiter. Die von dem Stern ausgesendete Radiostrahlung spricht jedoch dafür, dass J1047+21 ein starkes Magnetfeld besitzen muss.

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Letztere Entdeckung deutet darauf hin, dass auch andere vergleichbare Zwergsterne starke Magnetfelder besitzen. "Diese Erkenntnis ist wirklich faszinierend. Jetzt hoffen wir, dass wir auf diese Weise in Zukunft noch kältere Braune Zwergsterne und vielleicht sogar Gasriesen um ferne Sterne entdecken können."

Größenvergleich: Unsere Sonne (l.), ein Roter Zwerg (M-Zwerg), ein heißer Roter Zwerg (L-Zwerg), ein kalter Brauner Zwerg (T-Zwerg) wie J1047+21 und der Planet Jupiter (r.). | Copyright: NASA/IPAC/R. Hurt (SSC)
 

Die Möglichkeit, auf diese Weise junge und heiße Planeten im Umfeld ferner Sterne zu entdecken, eben weil sie noch über starke Magnetfelder verfügen, hat auch Auswirkungen auf die Wahrscheinlichkeit von außerirdischem Leben. "Das Magnetfeld der Erde schützt das Leben auf der Oberfläche vor den schädlichen Partikeln des Sonnenwindes", erläutert Wolszczan. "Das Wissen darüber, ob planetare Magnetfelder in unserer Galaxie häufig vorkommen oder nicht, kann uns bei der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit für die Existenz von außerirdischem Leben jenseits unseres Sonnensystems behilflich sein."

Die Entdeckung der Radiosignale von J1047+21 erlauben zudem neue Rückschlüsse auf die Zusammensetzung von Atmosphären und des inneren Aufbaus von Zwergsternen: Angesichts der Temperatur des Braunen Zwergs muss seine Atmosphäre aus neutralem Gas bestehen, welches die nun entdeckten Radiosignale abgibt. Die Energie für diese Signalabgabe, so vermuten die Astronomen, stammt wahrscheinlich von magnetischen Feldern tief im Innern des Sterns, die wahrscheinlich dem Magnetfeld der Erde gleichen. Durch weitere Beobachtungen der Radiostrahlenausbrüche von J1047+21 wollen die Astronomen schon bald auch Rückschlüsse darauf ziehen, wie stabil dieses Magnetfeld ist. Aus der Dauer der Ausbrüche wollen die Forscher zudem noch genauer auf die Größe des Senders schließen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / psu.edu
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