Donnerstag, 3. Mai 2012

Nächste große ESA-Mission soll das Jupiter-System erkunden


Grafische Darstellung der JUICE-Mission in s Jupitersystem (Illu.). | Copyright: ESA

Paris/ Frankreich - Mit seinen vier eisigen aber dennoch sich stark voneinander unterscheidenden Monden stellt der Gasriese Jupiter eine Art kleines Planetensystem-Modell innerhalb der Sonnensystems selbst dar. Dieses System will die Europäische Raumfahrtagentur ESA mit ihrer nächsten großen Forschungsmission genauer erkunden. Dabei steht auch eine Analyse der auf dreien der Monde unterhalb einer dicken Eiskruste vermuteten Wasserozeane im Vordergrund.

Im Auswahlverfahren des "Cosmic Vision 2015-2025"-Programms setzte sich der "Jupiter Icy Moon Explorer", kurz JUICE, sowohl gegen das NGO-Weltaumobservatorium zur Suche nach Gravitationswellen als auch gegen das "Advanced Telescope for High-Energy Astrophysics" (ATHENA) durch.

Der Start der JUICE-Mission ist für 2022 angesetzt. Im Jupiter-System ankommen soll die Sonde dann 2030 und hier mindestens drei Jahre lang Messungen und Beobachtungen durchführen.

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Neben dem Vulkanmond Io, vermuten Wissenschaftler dass auf den Monden Europa, Ganymede und Callisto unter einer Eiskruste Ozeane aus flüssigem Wasser existieren. Damit stellt das Jupiter-System das Idealziel der "Cosmic Vision" der ESA dar, die nach Antworten auf Fragen der Planetenentstehung und die Entstehung von Leben im Sonnensystem sucht. Neben der Erforschung der Monde soll JUICE auch die Atmosphäre und Magnetosphäre des Jupiter und dessen Interaktion mit den Monden ergründen.

Während die Sonde mit Callisto das am meisten von Kratern übersäte Objekt im Sonnensystem erforschen soll, wird sie auch die ersten Messungen der Eisdecke von Europa überhaupt anfertigen. Diese Daten sollen dann als Grundlage zur Suche nach einem geeigneten Landeort für eine spätere Mission dienen, mit der der verborgene Wasserozean des Jupitermondes erforscht werden soll.

Schlussendlich soll JUICE dann 2032 in eine Umlaufbahn um Ganymede eintreten und hier ebenfalls dessen Eiskruste, inneren Aufbau und damit auch den erwarteten verborgenen Ozean erforschen. Ganymede ist der einzige bekannte Mond im Sonnensystem, der ein eigenes globales Magnetfeld erzeugt. Auch dieses und dessen Plasma-Interaktionen mit dem Magnetfeld des Jupiters soll von der JUICE-Sonde studiert werden.

"Jupiter ist der Archetypus eines großen Gasplaneten", erläutert der Direktor der ESA-Abteilung für "Science and Robotic Exploration", Prof. Alvaro Giménez Cañete. "JUICE wird uns neue und bessere Einsichten und Erkenntnisse darüber vermitteln, wie sich Gasriesen und die sie umkreisenden Welten (Monde) bilden und möglicherweise lebensfreundliche Bedingungen hervorbringen können."

Mit JUICE, so erklärt die ESA zuversichtlich, habe man die richtige Wahl getroffen und tue den "notwendigen nächsten Schritt für die zukünftige Erforschung des Sonnensystems".

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