Montag, 14. Mai 2012

Papst erhebt Hildegard von Bingen auch zur Heiligen der Universalkirche


Hildegard von Bingen empfängt eine göttliche Inspiration und gibt sie an ihren Schreiber weiter. Miniatur aus dem Rupertsberger Codex des Liber Scivias. | Copyright: Public Domain

Vatikan - Während die wohl bekannteste Kirchenmystikerin des Mittelalters bislang schon von den deutschsprachigen Diözesen sowie im Benediktinerorden aber auch zumindest inoffiziell weltweit als Heilige verehrt wird, wurde Hildegard von Bingen (1089-1179) nun von Papst Benedikt XVI. auch zur Heiligen der Universalkirche erhoben.

Wie die vatikanische Heiligsprechungskongregation am vergangenen Donnerstag mitteilte, war eine Bestätigung durch den Papst Voraussetzung für eine weltkirchliche Verehrung, da Hildegard von Bingen nie offiziell heiliggesporchen worden war.

Im Rahmen einer Predigtreihe über große Frauengestalten hatte Benedikt XVI. die heilige Hildegard aufgrund ihrer außergewöhnlichen Bildung als "eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Mittelalters bezeichnet" und schon im Sommer 2010 widmete ihr bei seinen wöchentlichen Generalaudienzen zwei Ansprachen gewidmet.

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Wie die katholischen Kirche in Deutschland auf ihrer Internetseite "katholisch.de" berichtet, begrüßte auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, den päpstlichen Erlass ausdrücklich: "Das ist ein wichtiger Schritt für die Weltkirche. Ich freue mich, dass die bedeutende Persönlichkeit der heiligen Hildegard von Bingen damit nochmals besondere Würdigung erfährt", sagte Zollitsch. "Hildegard von Bingen wird in unserem Land große Wertschätzung entgegen gebracht." Die neue Heilige spiele für das Glaubensleben in Deutschland eine bedeutende Rolle, so der Erzbischof weiter.

In ihren Werken beschäftigte sich Hildegard von Bingen mit Religion, Medizin, Musik, Ethik und Kosmologie. Zudem war es ihr aufgrund der außerordentlichen und weitreichenden Akzeptanz, die ihrer Person und prophetischen Gabe und mystischen Schauungen nicht nur in der Bevölkerung sondern auch unter der Obrigkeit zuteil wurde, eine geduldete und respektierte Kritikerin selbst hoch stehender Zeitgenossen und teilte sogar Kaiser Friedrich I. Barbarossa "göttliche Ermahnungen" mit. Bis heute gilt Hildegard nicht nur in der katholischen Kirche sondern auch und gerade in esoterischen, naturkundlichen und feministischen Kreisen als Leitbild.

Erst im Dezember 2011 berichtete die italienische Tageszeitung "La Stampa" über die Entscheidung des Heiligen Stuhls, Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin zu erheben. Damit wäre Benediktinerin und wohl bekannteste Kirchenmystikerin des Mittelalters die vierte Frau überhaupt, der diese Position innerhalb der katholischen Kirche zugesprochen wird (...wir berichteten). Als bislang noch unbestätigter Termin für die offizielle Erhebung zur Kirchenlehrerin nannte der Vatikan-Korrespondent von "La Stampa" Oktober 2012.

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