Samstag, 23. Juni 2012

Astronomen finden ein sich unmöglich nahes Planetenpaar


Künstlerische Interpretation des Gasplaneten "Kepler-36c" am Himmel des erdartigen Vulkanplaneten "Kepler-36c" (Illu.). | Copyright: David Aguilar, Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics

New Haven (USA) - Mit dem Weltraumteleskop Kepler hat ein internationales Astronomenteam ein Planetensystem mit zwei Planeten entdeckt, die gemeinsam so ungewöhnlich nah ihren Stern umkreisen, dass ein solches System bislang nicht vorstellbar war und bisherige Theorien zu Planetenentstehung in Frage stellt.

Wie das Team um Josh Carter vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und Eric Agol von der University of Washington aktuell im Fachmagazin "Science Express" berichten, handelt es sich bei einem der entdeckten Planeten um einen Felsplaneten von der 1,5-fachen Größe der Erde. Der andere ist ein Gasplanet von der rund vierfachen Erdgröße.

"Bislang war völlig unbekannt, dass es solche Planeten überhaupt geben kann", kommentiert Sarbani Basu von der Yale University die Entdeckung. "Befände man sich auf dem kleineren Planeten und würde in den Nachthimmel blicken, so stünde der größere Planet etwa doppelt so groß wie der irdische Vollmond am Himmel. Das wäre ein ganz erstaunlicher Anblick (s. Abb.)."

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Das System um den Stern "Kepler-36" befindet sich rund 1200 Lichtjahre von der Erde entfernt. Der Stern selbst ist zwar sonnenähnlich, jedoch größer und älter als unsere Sonne.

Der größere Planet, Kepler-36c, ist ein heißer und gasförmiger, neptunartiger Planet. Der kleinere, Kepler-36b, ist ein Felsplanet auf dem - hervorgerufen durch das starke Kräftezwischenspiel mit seinem größeren Nachbarn - wahrscheinlich starke Erdbeben und Vulkane toben.

Besonders verwunderlich ist die extrem große Nähe der beiden Planeten zueinander: Während Kepler-36b seinen Stern einmal in nur 14 Tagen mit einem Abstand von 17 Millionen Kilometer umkreist, benötigt der Gasplanet für eine Umrundung seiner "Sonne" bei gerade einmal 19 Millionen Kilometern Abstand 16 Tage.

Alle 97 Tage kommt es so zu einer sogenannten Konjunktion, bei der die beiden Planeten kaum zwei Millionen Kilometer voneinander entfernt sind, was gerade einmal dem fünffachen Abstand von Erde und Mond entspricht. Zum Vergleich: Erde und Venus kommen sich nie näher als knapp 42 Millionen Kilometer.

Der Nachweis zweier derart enger Planetenumlaufbahnen zueinander stellt bisherige Theoriemodelle der Planetenentstehung in Frage. Jetzt, so berichtet die Yale-Pressemitteilung, bemühen sich die Astronomen zu verstehen, wie zwei Planeten mit einer derart unterschiedlichen Zusammensetzung und Dichte so nah zueinander kommen können.



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Quelle: cfa.harvard.edu, yale.edu
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