Donnerstag, 21. Juni 2012

Sonde quantifiziert Wassereis in immerdunklem Mondkrater


Der im Innern immerdunkle Mondkrater Shackleton. | Copyright: NASA/Zuber, M.T. et al., Nature, 2012

Washington (USA) - Dass die über Jahrzehnte gepflegte Vorstellung vom Mond als staubtrockene kalte Ödnis falsch war, ist spätestens seit 2009 durch die Entdeckung von im Mondboden gebundenem Wasser und Eislagern am Grunde immerdunkler Krater in der Südpolregion des Erdtrabanten bekannt. Eine Messung der NASA-Mondsonde "Lunar Recconnaissance Orbiter" (LRO) hat nun erstmals die Menge an Wassereis in einem dieser Krater mit gemessen.

Wie die Wissenschaftler um Maria Zuber vom Massachusetts Institute of Technology im Wissenschaftsjournal "Nature" berichten, belegen die neuen Daten, dass bis zu 22 Prozent der Bodenoberfläche des Shackleton-Kraters mit einer etwa einen Mikron dünnen Wassereisschicht bedeckt sind.

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Um zu dieser ersten Quantifizierung der Wassereismenge am Grunde des Kraters zu gelangen, hatte die Sonde mit einem Speziallaser das Innere des Kraters erhellt und hier u.a. die natürliche Reflektionsstärke des Bodenmaterials, die sogeannnte Albedo, gemessen


Höhen- und Bodenprofil des Shackleton-Kraters. | Copyright: NASA/Zuber, M.T. et al., Nature, 2012


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Während den Messungen und Beobachtungen, anhand derer erstmals auch ein Bodenprofil des Kraters erstellt werden konnte (s. Abb. u. Video) stellten die Forscher zudem erstaunt fest, dass nicht nur der Kraterboden heller war als unter normalen Mond-Umständen zu erwarten gewesen wäre - ein Umstand der unter den gegeben Bedingungen auf Wassereis verweist – sondern, dass Teile der Kraterwände selbst nochmals heller waren als der Kraterboden. Während die Forscher zunächst vermutetet hatten, dass es sich hierbei um durch Mondbeben aufgedeckten hellen Untergrundboden handeln könnte, belegen die LRO-Daten nun, dass es sich auch hier um Eis zu handeln scheint. Da die oberen Kraterwände immer wieder von Sonnenlicht erhellt werden (s. Video) und hier dadurch Eis eigentlich verdampfen sollte, suchen die Forscher derzeit noch nach einer Erklärung für das Eis an bzw. auf den Kraterwänden.

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