Samstag, 30. Juni 2012

Studie offenbart "Lebenszyklus" der Namibischen Feenkreise


Feenkreise im namibischen Marienflusstal. | Copyright: Stephan Getzin (via Beavis729, commons.wikimedia.org/wiki/User:Beavis729)

Tallahassee (USA) - Die sogenannten Feenkreise im Grasland Namibias, die sich aber auch im südlichen Angola bis hinein in den Norden Südafrikas finden, galten in Form von Termiten, die das Gras abfressen, eigentlich schon als erklärt – bis sich ein US-Biologe dem Phänomen zum ersten Mal mit einer intensiven Langzeitstudie widmete. In einem aktuellen Fachartikel widerlegt der Forscher nun den Wissenschaftsmythos der grasfressenden Termiten als Verursacher der Kreise und belegt erstmals einen langjährigen "Lebenszyklus" der Feenkreise.

Wie Walter Tschinkel von der Florida State University aktuell im Wissenschaftsjournal "PLoS One" berichtet, handelt es sich bei den namibischen Feenkreisen um tausende kreisförmiger Flächen blanker Erde mit Durchmessern von 2 bis 12 Metern, innerhalb derer keine Vegetation wächst, deren Rand jedoch von einem Saum dichteren und höheren Graswuchses markiert wird. Während die Einheimischen in den Kreisen die "Fußspuren der Götter" sehen, vermuteten Wissenschaftler bislang, dass die Kreise von Erntetermiten (Hodotermes mossambicus) freigefressen würden. Eine andere Theorie vermutet Erdgasaustritte als Ursache der Kreise.

Im Gegensatz jedoch zu allen früheren Untersuchungen hat sich Tschinkel nicht nur kurzfristig mit der Untersuchung der Feenkreise beschäftigt, sondern erforscht das Phänomen schon seit 2005 und rückwirkend im Namib-Rand-Naturpark im südwestlichen Namibia.

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Schon anhand erster Grabungen stellte der Biologe schnell fest, dass die Kreise nicht von Termiten hinterlassen wurden, da sich keinerlei Hinweise auf das Wirken der Insekten im Boden fanden. Auch die Zugabe von Nährstoffen oder der Austausch der betroffenen Böden mit Erde aus dem unbeeinträchtigten und bewachsenen Grasland konnte nicht dafür sorgen, dass der kahle Boden wieder zuwuchs.

Seine eigenen Vorortuntersuchungen kombinierte Tschinkel mit Satellitenaufnahmen, die die Gegend über einen Zeitraum von vier Jahren abdecken und konnte damit nun belegen, was andere Forscher vor ihm bislang nur vermutet hatten: Die Feenkreise besitzen einen regelrechten "Lebenszyklus von Geburt, Reife und Tod".


Einzelner großer Feenkreis im namibischen Marienflusstal. | Copyright: Thorsten Becker ccc-by-sa-2.0-de (via Beavis729, commons.wikimedia.org/wiki/User:Beavis729)

Anhand seiner Beobachtungen und Daten belegt der Wissenschaftler, dass die meiste der kleineren Kreise durchschnittlich innerhalb eines 24-jährigen dynamischen Zyklus entstehen und vergehen. Größere Kreise hingegen können bis zu 75 Jahre existieren. Die durchschnittliche Existenzdauer der Kreise allgemein liegt demnach zwischen 30 und 60 Jahre.

Zukünftig will Tschinkel die Kreise zu verschiedenen Jahreszeiten be- und untersuchen. Schon jetzt gibt es in den zusammengetragenen Daten Hinweise darauf, dass die Kreise vornehmlich nach der Regenzeit entstehen.


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Quellen: plosone.org, news.sciencemag.org
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