Dienstag, 19. Juni 2012

Studie untersuchte Placeboeffekte im Sport


Symbolbild: Golfer bei Abschlag. | Copyright: Public Domain

Charlottesville (USA) - Forscher in den USA haben sich in einer Studie den Placeboeffekten bzw. Kontexteffekten im Sport gewidmet und leisten damit auch einen interessanten Beitrag in der fortwährend aktuellen Diskussion um die Bedeutung des Placeboeffekts in der Medizin und darum, ob dieser auch in Therapieplanungen miteinbezogen werden kann.

In der Studie an 41 Teilnehmern untersuchte das Team um Charles Lee und Sally A. Linkenauger von der University of Virginia, wie sportliche Leistungen von der Erwartungshaltung und Manipulation bzw. Einbildung abhängen.

Derartige Manipulationsinstrumente können beispielsweise das verwenden besonderer Sportgeräte sein, die etwa zuvor von erfolgreichen Sportlern benutzt wurden, oder das Tragen einen Glücksbringers bzw. Talismans.

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Einer Gruppe der teilnehmenden Amateurgolfer wurde ein Golfschläger in die Hand gegeben, von dem ihnen erzählt wurde, dass er vorher von einem Profigolfer benutzt worden sei. Der Kontrollgruppe wurde der Schläger ohne weitere Kommentare in die Hand gegeben. Beide Gruppen unterschieden sich nicht hinsichtlich ihrer Golferfahrung und der Selbsteinschätzung ihrer Golfer-Qualitäten. Anschließend mussten alle Partizipanten die Größe des Golfloches aus gut zwei Metern Entfernung einschätzen und einen Golfball einlochen (Putten).

Die im Fachmagazin "PLoS One" veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Teilnehmer vor dem Schlag mit dem "positiv geprägten“ Schläger das Loch größer einschätzten. Ihnen kam die Aufgabe also leichter vor. Tatsächlich lag auch ihre Erfolgsquote beim Einlochen statistisch signifikant über jener der Kontrollgruppe. Der Glaube an einen positiven Übertragungseffekt seitens des Profigolfers auf sein Sportgerät, so die Schlussfolgerung der Psychologen, habe also die Leistung der Amateurgolfer verbessert.

Die Carstens-Stiftung zur Förderung der Wissenschaft zur Naturheilkunde und Homöopathie (carstens-stiftung.de) beurteilt die Studie wie folgt: "Mit dieser interessanten Studie wird wieder einmal deutlich, wie objektiv bessere Ergebnisse durch eine positive Erwartungshaltung erreicht werden können. Besonders interessant ist, dass die 'Placebo'-Gruppe schon vor der aktiven Handlung des Einlochens das Loch als größer eingeschätzt hat. Es bleibt zu hoffen, dass solche Erfahrungen nutzbringend in medizinische Therapiepläne eingeflochten werden können. Leider hatte die Studie nur 41 Teilnehmer, und es gab keinen Vorher-Nachher-Vergleich."

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Quellen: ncbi.nlm.nih.gov, plosone.org, carstens-stiftung.de
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