Mittwoch, 13. Juni 2012

Teilchenbeschleuniger: "Gottesmaschine" am CERN ist Mondsüchtig


Archiv: Blick auf dem Tunnelverlauf des Teilchenbeschleunigers LHC am CERN. | Copyright: cern.ch 

Genf (Schweiz) - Die Umlaufbahnen von Protonen im 27 Kilometer langen Teilchenbeschleuniger LHC, mit dem Wissenschaftler am Europäischen Kernforschungszentrum CERN den Urknall simulieren und neue und exotische Partikel der Teilchenphysik entdecken wollen, müssen regelmäßig neu justiert werden. Grund für die notwendigen Korrekturen ist die Anziehungskraft des Mondes.

Sollte man sich über die aktuelle Mondphase nicht ganz im Klaren sein, so könnten die Wissenschaftler und Ingenieure am LHC anhand ihrer Analysedaten eine Antwort wissen - vorausgesetzt, es ist gerade Vollmond. Dann zieht nämlich die Kraft des Erdtrabanten an den gegeneinander rasenden Protonen und beeinflusst die Messungen der beiden größten Detektoreinheiten ATLAS und CMS ersichtlich.

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Grund hierfür die gewaltige Größe des Teilchenbeschleunigers und damit der Umstand, dass die Anziehungskraft des Mondes nicht an allen Punkten der sogenannten "Gottesmaschine" gleich stark wirkt. Auf dieser Weise werden kleinste Verzerrungen des High-Tech-Tunnels erzeugt. Zugleich sind die Detektoren derart empfindlich, dass sie auch die kleinsten Deformationen, wie kleinste Gravitationsunterschiede quer durch den Durchmesser der Anlage registrieren.

"Steigt der Mond am Himmel auf, so genügen die dabei entstehenden Kräfte, um eine regelmäßige Korrektur der Umlaufbahnen der Protonenstrahlen im Beschleuniger notwendig zu machen und an den auf diese Weise deformierten Tunnelverlauf anzupassen" erläutert die Pressemitteilung des CERN zu den Auswirkungen des Mondes auf den Teilchenbeschleuniger.

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