Sonntag, 29. Juli 2012

Astrofotografie: Eruption oder lichtbrechendes Objekt vor der Sonne


Standbild aus dem Video: Ein aus der Sonne austretendes Objekt? | Copyright: Sebastian Voltmer, weltraum.com

Spicheren (Frankreich) - Bei Aufnahmen des Sonnenaufgangs machte der Astrofotograf Sebastian Voltmer am 27. Juli 2012 vom französischen Spicheren, nahe Saarbrücken, eine ungewöhnliche Entdeckung: Aus der Sonne heraus scheint eine Art Auswurf geschleudert zu werden. Da derartige Eruptionen jedoch bislang noch nie über den gesamten sichtbaren Spektralbereich hinweg beobachtet wurden, wäre die Aufnahme ein Filmbeweis hierfür bislang einmalig. Für den Fotografen ergeben sich jedoch zunächst alternative Erklärungsmöglichkeiten.

"Beim Betrachten der Videosequenz kommt einem sofort in den Sinn: Wow, was für eine Eruption!", erläutert Voltmer seine Beobachtung gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de". "Doch bisher wurde niemals ein Ausbruch auf der Sonne in solch einer Geschwindigkeit beobachtet - und schon gar nicht über den gesamten sichtbaren Spektralbereich hinweg. Auch ein extrem heller Flare oder ein koronaler Massenauswurf wären nur in bestimmten Wellenlängenbereichen - meist über mehrere Minuten/Stunden hinweg - zu verfolgen."

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Aus diesem Grund vermutet der schon vielfach ausgezeichnete Astrofotograf Sebastian Voltmer (weltraum.com) auch, "dass es wohl eher kein Phänomen ist, das auf der Sonne stattgefunden hat." Eigentümlich sei zum Beispiel, dass sich kurz vor Austritt der "Eruption" eine Delle am linken Sonnenrand gebildet hatte. Dies spreche für einen Brechungseffekt in der Erdatmosphäre: "Es muss also etwas durchs Bild gewandert sein, das die Sonnenstrahlen ablenkt bzw. bricht. Für mich lag daher nahe, auch auf der rechten Seite der Sonne nach dem 'Eintritt' eines Objekts zu suchen. Doch ein Objekt konnte ich nicht sofort entdecken - allerdings ein kurzes Aufblitzen, gefolgt von einer kurzen Schleppe."


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Standbild: vergrößerte Bildausschnitt des möglichen Eintritts. | Sebastian Voltmer, weltraum.com

Sofort habe er an ein Flugzeug ohne Kondensstreifen gedacht. "Es muss aber derart weit weg gewesen sein, dass es selbst nicht zu sehen war. Nach mehr als 15 Jahren Beobachtung habe ich solch ein Phänomen noch nicht gesehen, tippe aber auf einen Düsenjet, der seinen eigenen Schattenriss durch die Hitze der Strahltriebwerke (heißer Antriebsstrahl) sozusagen unsichtbar werden ließ." Bei einem solchen Effekt würde das Licht quasi um das Objekt herum abgelenkt. "Vielleicht spornt diese Beobachtung für weitere Untersuchungen an", hofft Voltmer, "denn das Objekt konnte bislang nicht direkt identifiziert werden."

- Sebastian Voltmer's Videokanal auf Youtube finden Sie HIER


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