Montag, 23. Juli 2012

"IceMole" im Gletschertest: Neuer Testlauf zur Erkundung von Saturnmond Enceladus


Erste Test des "IceMole" am Morteratschgetscher 2010. | Copyright: FH Aachen/www.lichtographie.de

Aachen (Deutschland) - Bereits 2010 führten die Forscher der Fachhochschule Aachen auf dem Morteratschgletscher einen ersten Versuch durch, mit dem "IceMole", einer Einschmelzsonde, die sich wie ein Maulwurf durch Eis schmelzen kann, in den Gletscher vorzudringen (...wir berichteten). Jetzt planen die Forscher einen erneuten Testlauf mit der weiterentwickelten Variante des für die zukünftige Erkundung von Marsgletschern und des Saturnmondes Enceladus konzipierten Schmelzbohrers.

"Mit der 'IceMole'-Technologie ist es möglich, nach Spuren von Leben im Eis zu forschen sowie die Eistemperatur, den Druck und andere Parameter in verschiedenen Schichten zu ermitteln", erläutert die aktuelle Pressemitteilung der FH Aachen (fh-aachen.de). "Später soll der 'IceMole' sogar im Weltall eingesetzt werden können. Zuerst allerdings testen die Forscher des Fachbereichs Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen die Sonde auf ihre Funktionalität unter realen Bedingungen auf der Erde."

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Eine Woche lang wird der Schweizer Morteratschgletscher Ende Juli zum Testgelände für die FH Aachen. Dort soll sich der "Eismaulwurf" in den dicken Eispanzer des Gletschers und wieder heraus schmelzen.


Der "IceMole" gräbt sich wie ein Maulwurf durch das Eis. | Copyright: FH Aachen/www.lichtographie.de

2010 absolvierte der erste Prototyp bereits den ersten Feldversuch auf dem Morteratschgletscher: "Schon die erste Version der Sonde konnte sich mithilfe einer Eisschraube und vier Heizelementen am Schmelzkopf durch das Eis schmelzen", erläutern die Forscher um Prof. Dr. Bernd Dachwald. "Da die Heizer unabhängig voneinander an- und ausgeschaltet werden können, ist es möglich, die Sonde in verschiedene Richtungen zu steuern. Außerdem kann sich die Sonde dank der Eisschraube auch durch Sandschichten bohren."

Auf Grundlage der Erkenntnisse, die das Team beim ersten Feldversuch gewann, wurde nun unter studentischer Leitung von Clemens Espe eine zweite Generation gebaut, die vom Team auf die Bezeichnung "Urmel" getauft wurde. "Konkret wollen wir sie auf ihre Steuerbarkeit prüfen", erläutert Espe. Neben den vier Heizern am Schmelzkopf sind im neuen "IceMole" nun zusätzliche Seitenheizer integriert. Weitere Projektvorhaben sind ein Test auf dem Taylorgletscher in der Antarktis in Kooperation mit einem amerikanischen Forschungsteam, bei dem erstmals eine kontaminationsfreie Wasserprobe aus einem subglazialen See entnommen werden soll. Ein weiteres Ziel ist der Einsatz des "IceMoles" im Weltall: Auf dem Saturnmond Enceladus soll er Proben im Eis nehmen und auch der Prototyp für den Mars wird gerade entwickelt.

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