Donnerstag, 26. Juli 2012

Weitere Information zum letzten Stand der Dinge i. S. Ostsee-Objekt


Sonaraufnahme (2011) der mysteriösen Struktur am Grunde der Ostsee. | Copyright: oceanexplorer.se

Norrtälje (Schweden) - Obwohl das Team der Schatztaucher um Dennis Asberg und Peter Lindberg (oceanexplorer.se) die gerade beendete Expedition aufgrund zahlreicher menschlicher und technischer Fehler als Fehlschlag bezeichnet haben (...wir berichteten), geht die Diskussion um neuen Ergebnisse vom Grunde der Ostsee und um die sich dort befindende, immer noch rätselhafte Kreisstruktur weiter.
Aus der schier unüberschaubaren Flut von mehr 500 Kommentaren, Fragen und Antworten zur aktuellen Expedition auf der Seite der Facebook-Gruppe des "Ocean X Teams" haben wir die wichtigsten Informationen herausgearbeitet und im Folgenden zusammengefasst.

Die sicherlich interessante neue Erkenntnis, die sich aus den Antworten von Asberg und Lindberg gegenüber der Facebook-Community ergibt, ist jene, dass das kreisartige Objekt selbst nicht direkt mit dem zuvor beschriebenen "Sockel" in Verbindung steht, sondern zwischen beiden Teilen ein Abstand zu erkennen ist. Ob jedoch beide Teile vollständig auch voneinander getrennt sind, lässt sich bislang und anhand der Aufnahmen und Beobachtungen der Taucher nicht genau sagen. Auch sei der Spalt dazwischen zu eng, um diesen mit dem ferngelenkten Tauchboot vollständig zu erkunden. "Auch können wir bislang noch nicht sagen, ob der 'Sockel' und der 'Kreis' aus demselben Material sind", so Lindberg. Erneut bekräftigte Lindberg seine Überzeugung, dass "das Objekt - ob nun künstlich oder natürlicher Herkunft - schon sehr lange an diesem Ort existiert und aus der Zeit vor der Eiszeit stammt." Zugleich schränkt er bezüglich der Spekulationen um einen künstliche Struktur ein: "Mittlerweile habe ich viele merkwürdige Dinge gesehen, die künstlich aussehen, aber laut Wissenschaftlern natürlichen Ursprungs sind. Wenn also etwa die Strukturen vor Japan natürlich sein sollen, dann kann dies auch auf unser Objekt zutreffen."

Auch zu einem Teil der Struktur, die die Taucher zuvor als 'Treppe' bezeichnet haben, äußerte sich Lindberg erneut: "Anhand der neuen Daten bin ich mir nicht mehr ganz sicher: Zunächst dachte ich, dass dieses Detail auf der einen Seite des Kreises war. Die Multi-Beam-Aufnahmen zeigen es nun aber auf der gegenüberliegenden Seite. Ich werde mich der 'Treppe' wieder widmen, wenn uns Aufnahmen davon aus anderen Winkeln vorliegen."

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Grundsätzlich erbrachten die Versuche, neue Multi-Beam-Aufnahmen, also 3D-Bilder, der Gesamtstruktur anzufertigen bislang keine brauchbaren Ergebnisse, so Lindberg. "Irgendetwas stimmte nicht mit einem Bewegungssensor (...) Jetzt versuchen wir gemeinsam mit Experten Daten zu retten und anhand dieser dennoch ein brauchbares Ergebnis zu rekonstruieren, mit dem wir am Ende doch noch zufrieden sein können."

Vor dem Hintergrund, dass das Team bei seinem ersten Tauchgang noch ungewöhnliche Fehlfunktionen technischer Geräte in der Nähe der Struktur bemerkt hatte (...wir berichteten), zeigte sich Lindberg von der Vielzahl der technischen Probleme während der zweiten Expedition nun unbeeindruckt: "Es gibt immer die ein oder anderen Probleme mit der technischen Ausrüstung auf Expeditionen, das ist nicht ungewöhnlich. Auch wenn es aktuell etwas mehr waren als sonst."

Auch auf Anfragen zu einer ebenfalls bei den ersten Tauchgängen zum Objekt entdeckten vulkanartigen Struktur oder Schlotes, die es in der Ostsee eigentlich gar nicht geben sollte, nahm Lindberg Stellung: "Aufgrund des schlechten Wetters konnten wir diese Struktur nicht untersuchen. Wir sind uns aber sicher, dass sie auch weiterhin auf uns warten wird."

Proben des Kreisobjekts, die das Tauchteam mit an die Oberfläche gebracht hat, wurden, so Lindberg, Wissenschaftlern der Universität Stockholm übergeben. "Derzeit scheinen die Wissenschaftler aber wohl alle in den Sommerferien zu sein. Bislang haben wir noch keine Rückmeldung zu den Untersuchungsergebnissen."

Eine weitere Expedition zum Objekt am Ostseegrund machen Lindberg und Asberg nun von der Finanzierung eines solchen Unterfangens durch Sponsoren abhängig: "Eine weitere Expedition kostet uns rund 55.000 Euro. Vielleicht müssen wir die Untersuchung vorerst einstellen und können das Objekt bei zukünftigen Tauchgängen zu in der Nähe gesunkenen Wracks nochmals untersuchen. (...) Wir sind aber keine Wissenschaftler sondern Schatztaucher." Persönlich, so Lindberg überraschend, möge er dieses Projekt überhaupt nicht: "Derzeit stehen auch noch andere Projekte auf unserer Liste, darunter auch eine Tauchsuche nach vermeintlich versunkenen Fabergé-Eiern. Wenn ich mich also entscheiden müsste, würde ich viel lieber nach den Eiern suchen. (...) Jeder, der uns und eine weitere Expedition jedoch unterstützen oder finanzieren möchte, ist uns natürlich jederzeit willkommen." Hingegen hieß es kurze Zeit später auf der offiziellen Internetseite des Teams, dass man konkret weitere Expeditionen plane, um das Rätsel des Objekts doch noch zu lösen...

Abschließend stellt Lindberg wieder einmal weitere "erstaunliche Videosequenzen" in Aussicht. Diese würden jedoch nicht vor der Ausstrahlung der TV-Dokumentation veröffentlicht werden. Sendetermine kenne er persönlich allerdings noch nicht.

Asberg hingegen versichert: "Weitere Bilder werden schon bald auf unserer Internetseite veröffentlicht".

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Technische Fehler: Zweite Expedition zum Objekt in der Ostsee gescheitert - trotz kuriosem Fund... 23. Juli 2012
U-Boot-Netzsperre der Nazis? Schwedischer Militär kommentiert mysteriöses Objekt in der Ostsee 11. Juli 2012
Neue Expedition: Schatztaucher suchen nach Signalen aus der Tiefe
9. Juli 2012
Neue Bilder vom mysteriösen Objekt in der Ostsee 27. Juni 2012
Neue Informationen über das mysteriöse Objekt in der Ostsee
22. Juni 2012
Erste Aufnahmen der mysteriösen Kreisstruktur am Grunde der Ostsee veröffentlicht
15. Juni 2012
Taucher dringen erstmals zur mysteriösen Kreisstruktur in der Ostsee vor
8. Juni 2012
Schatztaucher fanden zweite mysteriöse Kreisstruktur in der Ostsee 14. Februar 2012
Schatzsucher finden mysteriöse Kreisstruktur am Grunde der Ostsee
5. Juli 2011


grenzwissenschaft-aktuell.de
Quellen: oceanexplorer.se, facebook.com/groups/178384865554985
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE