Mittwoch, 1. August 2012

Erstaunlicher Fotobeweis: Junge Gorillas demontieren gezielt Schlingfallen im Urwald


Zwei Jungtiere zerlegen gezielt eine Schlingfalle.
| Copyright: Dian Fossey Gorilla Fund International, gorillafund.org


Karisoke Research Center (Ruanda) - Forscher und Wildhüter des Dian Fossey Gorilla Fund (gorillafund.org) haben im Dschungel der Virunga-Vulkane, zwischen dem den Bergen Karisimbi und dem Visoke erstmals junge Gorillas bei der gezielten Zerstörung von Schlingfallen beobachtet, die hier von Wilderern ausgelegt wurden und nur wenige Tage zuvor einem Jungtier der Gruppe zum tödlichen Verhängnis geworden waren.

"Wir wussten schon zuvor von Berichten, dass Gorillas in der Lage sind, derartige Fallen regelrecht abzubauen, aber alle derartigen Vorgänge waren bislang meist nur von den Silberrücken selbst ausgeführt worden", erläutert die Koordinatorin der Forschungsstation Veronica Vecello. "Jetzt haben wir aber zwei Jungtiere und einen Schwarzrücken dabei beobachtet und alles fotografisch dokumentiert, wie sie in Zusammenarbeit zwei Schlingfallen deaktiviert und damit erstaunliche kognitive Fähigkeiten bewiesen haben."

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Die Fallen der Wilderer, so erklärt die Stiftung, gehören zu den größten Bedrohungen für die Berggorillas. Zwar stellen sie keine größere Gefahr mehr für ausgewachsene Exemplare dar, doch können Jungtiere leicht darin zu Tode kommen.




Weitere Aufnahmen der Demontage der Fallen durch die Gorillas. | Copyright: Dian Fossey Gorilla Fund International, gorillafund.org

Gerade vor diesem Hintergrund sei auch der beobachtete Vorgang zu bewerten: "Nur wenige Tage zuvor wurde ein Jungtier von den Schlingen der Falle derart verletzt, dass es kurz darauf an den Folgen einer ausgerenkten Schulter und Wundbrand verstarb. Hierbei handelte es sich schon um den zweiten derartigen Vorfall mit Todesfolge für ein Jungtier in diesem Jahr."

Vor wenigen Tagen hatte dann John Ndayambaje, ein Mitarbeiter der Forschungsstation, eine Schlingfalle in der Nähe einer Gorillagruppe ausgemacht und wollte diese eigentlich gerade selbst entschärfen, als er vom Silberrücken durch die bekannten grunzenden Warnlaute zurückgewiesen wurde. "Noch im gleichen Moment begannen dann andere Tiere damit, diese und eine nahe gelegene zweite Falle regelrecht abzubauen", so Pressemitteilung der Stiftung. Vier weitere Fallen konnten kurz darauf von Ranchern entfernt werden.

"Wir kämpfen nahezu täglich gegen diese Fallen und dieser Kampf ist noch lange nicht vorbei. Aber der Tod des Jungtieres hat uns erneut motiviert. Heute können wir aber mit Stolz bestätigen, dass die Gorillas selbst auch ihren Teil zu diesem Ringen beitragen", zeigt sich der Direktor des Karisoke Centers, Felix Ndagijimana, überzeugt.

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Der "Dian Fossey Gorilla Fund International", der unter anderem auch das Karisoke Research Center in Ruanda betreibt, hat sich der Erhaltung und den Schutz der afrikanischen Gorillas verschrieben. Gegründet wurde die Stiftung von der berühmten Affenforscherin Dr. Dian Fossey. Daneben arbeitet die Stiftung auch mit den Tierschutzbehörden im Kongo zusammen und betreibt umfangreiche Aufklärungs- und Informationsarbeit sowie soziale Programme vor Ort.


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