Dienstag, 21. August 2012

"Meeresungeheuer" vor Skegness gefilmt?


Standbild aus dem Video. | Copyright/Quelle: Rebecca Clarke, youtube.com

Skegness (England) - Im seichten Küstengewässer vor Skegness in der britischen Grafschaft Lincolnshire zeigte sich am vergangenen Sonntag ein ungewöhnlicher Anblick: Das Video einer Augenzeugin sorgt seither für Rätselraten. Meeresbiologen glauben indes zu wissen, was da seine Flossen aus dem Wasser reckt - einige Fragen bleiben jedoch auch für die Experten offen.

Wie auf dem Video von Rebecca Clarke zu sehen ist, schauen immer wieder mindestens drei flossenartige Gebilde ungewöhnlich weit aus dem nahen und seichten Küstenwasser. "Es klingt vielleicht blöd, aber das Ganze sah aus, wie ein großes Reptil, ein Krokodil oder gar ein Drache - ganz einfach, weil die Flossen für eine Hai irgendwie zu steif wirkten", so die Zeugin über ihre auf Video festgehaltene Sichtung.


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


John Irving von den britischen Seenotrettern (Royal National Lifeboat Institution, RNLI) zeigt sich gegenüber dem "Skegness Standard" (skegnessstandard.co.uk) von den Aufnahmen zwar fasziniert, glaubt darin jedoch einen oder mehre Große Schwertwale (Orcinus orca) oder Riesenhaie zu erkennen.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Zwar gehörten beide Arten nicht zu den regelmäßigen Besuchern der britischen Ostküste, doch gebe es Aufzeichnung über frühere Sichtungen der großen Meerestiere.


Anatomische Zeichnung eines Riesenhais. | Copyright: G. Brown Goode and Tarleton H. Bean, Public Domain

Auch der Meeresbiologe Marcus Williams vom National Aquarium in Portsmouth zeigt sich überzeugt davon, dass das Video einen Riesenhai (Cetorhinus maximus) zeige: "Es ist zwar ungewöhnlich, Riesenhaie in dieser Küstengegend zu sehen, dennoch werden vereinzelt Exemplare der mehr als fünf Meter großen Tiere gerade in den Sommermonaten beobachtet. (...) Erst kürzlich hatten wir zudem eine zweite Plantonblüte, von der sich die Tiere bevorzugt ernähren, wenn die Wassertemperatur über 15 Grad Celsius ansteigt. Das sind dann ideale Bedingungen für diese sanften Riesen."


Ein Taucher m Größenvergleich zu einem Riesenhai. | Copyright: Chris Gotschalk / Public Domain

Allerdings sei derart böiges Wasser, wie es auf dem Video zu sehen ist, für das Filtern von Nahrung durch die Riesenhaie (s. Abb.) eher ungeeignet, gesteht der Experte zugleich ein. Ebenfalls ungewöhnlich: Auf einigen Aufnahmen ragen vier Flossen aus dem Wasser. Riesenhaie besitzen jedoch nur drei für die Bilder in Frage kommende Flossen: zwei Rücken- und eine Schwanzflosse. Würde es sich hingegen um zwei Tiere handeln, wären mehr als vier Flossen zu erwarten...

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Seeungeheuer: Kontroverse um neues Foto von norwegischer Nessi
10. August 2012
Tiefseekamera filmt sonderbares Wesen
10. Mai 2012

Bücher zum Thema:
- - -

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: skegnessstandard.co.uk, youtube.com
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE