Dienstag, 21. August 2012

Neue Theorie: Urfrost statt Urknall


Symbolbild: Risse im Eis. | Copyright: PD

Melbourne (Australien) - Statt der Vorstellung eines unvorstellbar energiereichen Urknalls, sollte man sich die Entstehung des Universums vielmehr als ein Vorgang vorstellen, der mit einfrierendem Wasser zu vergleichen ist. So zumindest eine neue Theorie, die australische Wissenschaftler nun erstmals vorgestellt haben. Zugleich erklären die Forscher, wie sich ihre Behauptung sogar überprüfen ließe.

Wie das Team um James Quach von der University of Melbourne aktuell im Fachmagazin "Physical Review D "erläutert, folgt die Theorie der bereits in der Antike gestellten Frage, ob die Materie aus einer einheitlichen Substanz oder aus individuellen Atomen besteht. "Durch starke Mikroskope wissen wir, dass Materie aus Atomen besteht", so Quach. "Tausende Jahre später, nahm Albert Einstein an, dass Raum und Zeit konstant und nahtlos verlaufen. Heute glauben wir, dass diese Annahme in sehr kleinen Maßstäben nicht korrekt ist."

Eine neue Theorie, so erläutern die Forscher weiter, die als "Quantum Graphity" bezeichnet wird, schlägt demnach vor, dass auch der Raum selbst aus Atom-ähnlichen kleinsten und deshalb unsichtbaren Bausteinen besteht. Diese Teilchen könne man sich wie die Bildpunkte (Pixel) vorstellen, aus denen ein digitales Bild, etwa auf einem Computerbildschirm, besteht. Die Herausforderung gegenüber dieser Theorie sei der Umstand, dass diese kleinsten Bestandteile des Raums derart klein sind, dass sie selbst direkt nicht abgebildet bzw. gesehen werden können.
www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Quach und Kollegen glauben nun jedoch, dass sie einen Weg gefunden haben, diese Teilchen - so vorhanden - indirekt sichtbar zu machen: "Stellen sie sich das Universum wie eine Flüssigkeit vor", so der Wissenschaftler. "Wenn diese Flüssigkeit nun abkühlt und gefriert, kristallisiert sie in die drei räumliche Dimensionen und eine zeitliche Dimension."

"Um nun bei diesem Bild zu bleiben, wäre bei diesem Gefriervorgang zu erwarten, dass in der gefrierenden Flüssigkeit - ganz so wie in Wasser, das zu Eis wird - Risse entstehen." Und entsprechende "Risse", so Professor Andrew Greentree von der RMIT University, könnten sichtbar werden: "Licht und andere Partikel sollten von diesen Defekten reflektiert oder abgelenkt werden. Rein theoretisch sollten sich diese Defekte dann auch dadurch finden lassen."

Das Team hat einige dieser Effekte errechnet und vorhergesagt. Sollten diese Effekte experimentell bestätigt werden können, "so könnte die Frage, ob der Raum gleichmäßig geformt oder aus kleinsten unteilbaren Teilchen besteht, ein für allemal geklärt werden", hoffen die Forscher...

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: unimelb.edu.au
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE