Freitag, 10. August 2012

Seeungeheuer: Kontroverse um neues Foto von norwegischer Nessi


Was schlängelt sich hier durch Europas tiefsten See? | Copyright/Quelle: Andreas Solvik, dagbladet.no

Hornindal (Norwegen) - Mit 514 Metern ist der Hornindalsvatnet in den norwegischen Kommunen Eid und Hornindal der tiefste See Europas. Durch eine Sichtung am vergangenen Mittwoch reiht sich der See nun auch in die Liste der potentiellen Heimstätten von Seeungeheuern ein. Tatsächlich scheint das die Sichtung belegende Foto auf den ersten Blick sich windendes, schlangenartiges Tier im Wasser zu zeigen. Selbst Biologen rätseln derzeit, was das Foto zeigen könnte.

Wie die Tageszeitung "Fjordingen" berichtete, waren Andreas Solvik, Arvid Otterdal und Finn Nyhammer gerade auf dem Heimweg, als sie ungewöhnliche Wellen auf der Wasseroberfläche bemerkten: "Zunächst war das Wasser fast still – dann bildeten sich die kleinen Wellen. Wir selbst saßen in unserem kleinen Motorboot etwa 70 Meter von den Wellen entfernt. Mit bloßem Auge konnten wir nicht erkennen, was es war, das die Wellen schlug. Doch auf einem meiner Fotos ist dieses Etwas zu sehen", so Solvik gegenüber der Tageszeitung "Dagbladet" (dagbladet.no).

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Auf das Foto angesprochen, zeigt sich der Biologe Rupert Wieneeroither vom Havforskningsinstituttet (Meeresforschungsinstitut) in Bergen verwundert: "Kein Tier schwimmt auf diese Art und Weise. Aale und Schlangen schwimmen unterhalb der Wasseroberfläche, schlängeln sich seitwärts und nicht auf und ab, darüber und darunter." Für das Foto hat er bislang laut dem "Dagbladet" noch keine Erklärung. Die einzigen Tiere, die sich auf- und abtauchend durchs Wasser bewegen, sind Wale und Otter. Beide Tierarten sind im Hornindalsvatnet jedoch bislang nicht beheimatet.

Detailvergrößerung. | Copyright/Quelle: Andreas Solvik, dagbladet.no

Auch der Zoologe Petter Boeckman von Naturhistorischen Museum in Oslo zeigt sich verwundert, dennoch skeptisch, was die Existenz derart großer Seeschlangen anbetrifft, wie sie das Foto erklären könnten. Dass es sich bei dem Objekt auf dem Foto um ein Lebewesen handelt, glaubt Boeckan indes nicht und vermutet viel eher Kabel oder merkwürdig geformte Wurzeln im Wasser. Boeckman ist sich zudem auch sicher, dass es im Hornindalsvatnet nicht genügend Nahrung für eine Population entsprechend großer Lebewesen gibt und erklärt, dass die größten bekannten Lebewesen im See Lachse und Badegäste seien.

Archiv: Seljords Stadtwappen (seit 1989). | Copyright: Public Domain


Ähnlich wie in Schottland, so gibt es auch in Norwegen eine lang zurückreichende Tradition von Sichtungen sogenannter Seeungeheuer und Seeschlangen. Am berühmtesten ist wahrscheinlich "Selma", ein "Seedrache", der schon 1750 beschrieben wurde und sich selbst im Wappen der Stadt Seljord symbolisch wieder findet (...wir berichteten, s. Links und Abb.).


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