Donnerstag, 27. September 2012

Außerirdische Farbenlehre: Kleine blaue Punkte könnten lebensfreundliche Exoplaneten offenbaren


Unsere Erde als "hellblauer Punkt" (s. Kreismarkierung), , betrachtet am 14. Februar 1990 von der Raumsonde "Voyager 1" aus einer Entfernung von rund 6,4 Milliarden Kilometer. | Copyright: NASA

Heidelberg (Deutschland) - Als 1990 die Sonde "Voyager 1" das Sonnensystem verließ und noch einmal zur Erde zurückblickte, zeigte sich Unser Planet aus rund 6,4 Milliarden Kilometern Entfernung immer noch als kleiner hellblauer Punkt (Pale Blue Dot). Nun haben sich deutsche und US-amerikanische Astronomen der Frage gewidmet, welche Farben ferne Erden haben könnten und ob sich aus derartigen Beobachtungen Rückschlüsse auf Leben auf diesen Welten ziehen lassen.

Siddharth Hegde vom Max Planck Institut für Astronomie Lisa Kaltenegger vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge verweisen in ihrem vorab auf "arXiv.org" veröffentlichten Artikel, dass das Blau der Erde direkt mit der Lebensfreundlichkeit unseres Heimatplaneten und vornehmlich mit dem Umstand in Verbindung steht, dass die Erdoberfläche zu 70 Prozent mit Wasser bedeckt ist.

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Dennoch werde die Farbe eines Planeten auch von anderen Umweltbedingungen und Landschaftsmerkmalen wie Wüsten, Schnee und Eis aber auch durch etwa von Flechten bedeckte Felsen, beeinflusst. Zu 60 Prozent werde die Farbe unseres Planeten beispielsweise von ihrer Vegetation mitbestimmt. Diese verrät sich unter anderem durch den sogenannten Red-Edge-Effekt, wie er von einem Beobachter der Erde aus der ferne bei deren Rotation wahrgenommen würde und der das Ergebnis der verstärkten Absorption von roten Licht durch Photosynthese entsteht und wie er immer dann erscheint, wenn sich eine Ozeanfläche außer Sicht dreht und von mit Vegetation bewachsenen Flächen ersetzt werden.

Sollte ein Exoplanet also erdähnlich sein, etwa was seinen Anteil an Oberflächenwasser anbetrifft, so wäre seine Farbe ein wichtiger Hinweis darauf, ob es auf ihm auch Leben gibt, so die Forscher.

Eine klare Atmosphäre und somit frei Sicht auf die Oberfläche eines Planeten vorausgesetzt, könnten aus der Farbbestimmung Schlüsse auf die Verteilung von Land- und Wassermassen, wie auch die Verbreitung von Vegetation sowie bakteriellem Leben im Innern von Felsgestein geschlossen werden, berichtet der arXiv-Blog (technologyreview.com) unter Berufung auf die Studie.

Wenn also ein entsprechender Exoplanet direkt beobachtet werden kann, so sollte es möglich sein, eine Vorabeinschätzung über seine Lebensfreundlichkeit und so eine Auswahl darüber zu treffen, welche Exoplaneten weiterführend auf der Suche nach außerirdischem leben untersucht werden sollten, wenn etwa "bläulichen Punkten" Vorrang vor marsartigen "rötlichen Punkten" gegeben werden könnte.

- Den vollständigen Artikel finden Sie HIER

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