Mittwoch, 19. September 2012

Super-Kamera nimmt Suche nach Dunkler Energie auf


Eines der ersten Bilder der "Dark Energy Camera": Die Balkenspiralgalaxie NGC 1365 liegt etwa 60 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. | Copyright: Dark Energy Survey Collaboration

München (Deutschland) - Mit der weltweit leistungsstärksten Digitalkamera haben internationale Astronomen eine neue Suche nach der mysteriösen Dunklen Energie und damit nach einem der größten Rätsel der modernen Physik aufgenommen. Das Konzept wird zwar in theoretischen Modellen verwendet, gilt bislang jedoch noch nicht einmal als nachgewiesen, geschweige denn verstanden.

Obwohl die Schwerkraft das Universum eigentlich verlangsamen müsste, beschleunigt sich seine Ausdehnung und stellt damit die Physik vor ein zentrales Rätsel.

Mit Hilfe der neuen hochauflösenden "Dark Energy Camera" auf einem Berggipfel in Chile, die über eine beispiellose Sensitivität im tiefen Rotbereich des Lichts verfügt. Mit jedem Foto können mehr als 100.000 Galaxien in einer Entfernung von bis zu acht Milliarden Lichtjahren aufgenommen und dabei erstmals auch verschiedene Untersuchungsmethoden miteinander kombiniert werden. In erster Linie soll das Gerät zum Nachweis der Dunklen Energie beitragen.

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Wie die an der "Dark Energy Survey" beteiligten Forscher um den Astrophysiker Dr. Tommaso Giannantonio von der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) in München berichten, geht im kommenden Dezember die bisher größte Studie des Universums an den Start: "Über fünf Jahre sollen bis zu 300 Millionen Galaxien, 100.000 Galaxienhaufen und 4.000 Supernovae nachgewiesen und vermessen werden. Ein Achtel des Himmels wird dann in Farbbildern abgebildet sein."

Hinzu soll die Kamera künftig auch eingesetzt werden, um etwa Asteroiden im Sonnensystem sowie die Ursprünge und das Schicksal des Universums zu untersuchen. Das spezielle Augenmerk der Forscher soll aber der Dunklen Energie gelten. Wichtige Vorarbeiten wurden hier vor Kurzem von einem Team um den LMU-Astrophysiker Dr. Tommaso Giannantonio veröffentlicht: Die Forscher berechneten, mit welcher Wahrscheinlichkeit es die Dunkle Energie überhaupt gibt - und kamen auf einen Wert von immerhin 99,996 Prozent (...wir berichteten).

Die detaillierte Analyse zeige aber auch, dass noch nicht ausreichend Daten vorliegen, so die Forscher. Weitere Untersuchungen, vornehmlich der nun geplante und umfassend angelegte "Dark Energy Survey", könnten die nötigen Messungen und Abbildungen liefern. "Sie könnten entweder die allgemeine Relativität bestätigen - wozu auch die einfachste Art der Dunklen Energie gehört", sagt Giannantonio. "Möglicherweise zeigen sie aber auch, dass wir ein völlig neues Verständnis davon bekommen müssen, wie die Gravitationskraft funktioniert, was letztlich vielleicht fast noch spannender wäre."

- HIER finden Sie die ersten Aufnahmen der "Dark Energy Camera"

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