Dienstag, 25. September 2012

UFO-Insider-Panel blieb angekündigte Enthüllungen schuldig


Plakat zur "Special Lecture" am National Atomic Testing Museum in Las Vegas. | Copyright: nationalatomictestingmuseum.org

Las Vegas (USA) - Auf einem "Spezial-Vortrag" am National Atomic Testing Museum haben sich am vergangenen Wochenende fünf ehemaligen Geheimnisträger und hochrangige UFO-Insider aus den USA und Großbritannien zu den "militärischen UFO-Geheimnissen" ihrer Staaten geäußert. Schon Wochen zuvor hatten die Veranstalter und einige Redner selbst sensationelle Enthüllungen angekündigt (...wir berichteten 1, 2). Eingehalten wurde dieses Versprechen indes leider wieder einmal nicht.

Zwar waren es deutliche Worte, die einige Redner für die Methoden und das Verhalten ihrer Regierungen bezüglich des Interesses und der Forschungsaufwände angesichts des UFO-Phänomens fanden, doch wirklich Neues wurde nicht vorgetragen. Vielmehr blieb es bei der von unserer Redaktion bereits vermutete Doppeldeutigkeit des Titels der Veranstaltung "Military UFOs - Secrets Revelaed" der sowohl auf neue als auch bereist bekannte "alte" Geheimnisse bezogen werden kann.

Wie Lee Speigel für die "Huffington Post" berichtet, wiederholte der ehemalige Air Force Kommandant zweier großer Militärstützpunkte (u.a. RAF Bentwaters) und ehemalige Inspektionsdirektor des US-Verteidigungsministeriums, Col. Charles Halt, der selbst zu den Zeugen der Vorfälle von Rendlesham Forest im Dezember 1980 gehört, die als "britisches Roswell" in die UFO-Historie eingingen (...wir berichteten), seine Überzeugung von einer Vertuschung des Wissens um UFOs und außerirdische Besuche auf der Erde, durch die US-Regierung.

"Leute, es gibt eine streng geführte und in unterschiedliche Abteilungen aufgeteite Behörde, die dieses Thema (UFOs) schon seit vielen Jahren untersucht. Viele unserer Geheimdienste spielen darin eine aktive Rolle, ohne selbst aber genau zu wissen, was mit den Daten und Informationen passiert, die sie (an diese Behörde) weiterleiten", zitiert Speigel den ehemaligen Kommandanten.

Auch der Umstand, dass in den von der britischen Regierung freigegebenen Unterlagen zu den Vorfällen von Bentwaters (Rendlesham Forest), gerade jene aus der Amtszeit von Halt und damit zu den UFO-Ereignissen fehlen, dürfte zwar für einige der rund 200 anwesenden Zuhörer neu und ungewöhnlich gewesen sein, doch sind diese Informationen für UFO-Kennern schon lange bekannt und vielerorts nachzulesen.

Obwohl Halt also von einer Vertuschung auf höchster Ebene durch Regierung und Militärs der USA (...und Großbritanniens) ausgeht, stellte er zugleich jedoch fest, dass er selbst noch nie aufgrund seiner öffentlichen Aussagen hierzu bedroht worden sei - schränkte zugleich aber auch ein: "Vielleicht gibt es hierfür eine Reihe guter Gründe. Es könnte an meinem einstigen Rang und meinen Posten liegen. Zudem habe ich aber auch schon früh damit begonnen, mein Wissen aufzuzeichnen und Kopien davon anzufertigen. Vielleicht bin ich paranoid, aber ich bin mir sicher, dass dieser Aufwand gut investiert war."

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Während die Vortragsredner sich erwartungsgemäß nicht in allen Punkten, Interpretationen und Ansichten zum Thema und die damit einhergehenden Implikationen einig waren, gab es jedoch eine allgemeine Übereinstimmung in der Überzeugung, dass das Phänomen real sei, eine seriöse Handhabung und Untersuchung erfordere und die Fakten ein solches Vorgehen auch rechtfertige.

Auch der ehemalige Chefsprecher von "Projekt Blue Book", innerhalb dessen die US Air Force offiziell das UFO-Phänomen von 1951 (bzw. unter den Namen "Project Sign" und "Project Grudge" von 1947) bis 1969 untersuchte, der ehemalige Air Force Col. Bill Coleman blieb hinter den Erwartungen, die er selbst noch zuvor gegenüber dem "De Void"-Blog der "Herald Tribune" (http://devoid.blogs.heraldtribune.com) durch die Ankündigung eines "Blockbusters", den er für den Vortrag aus dem Ärmel ziehen wolle (...wir berichteten), weit zurück.

Zwar wiederholte er erneut seinen sicherlich eindrucksvollen Bericht über seine eigenen Nahebegegnung mit einer typischen "fliegenden Untertasse" als Kampfpilot während eines Einsatzes im Jahre 1955, doch ist auch diese Geschichte schon seit Mitte der 1970er Jahre bekannt (...wir berichteten).

Coleman schloss seinen Teil des Vortrags mit der eigenwilligen Hypothese ab, dass der Grund, weshalb Außerirdische vor einem Besuch der Erde zurückschrecken, die gewöhnliche Grippe sein könnte: "Wenn ein Außerirdischer hier landen würde, so könnte ihn schon eine gewöhnliche Grippe töten. Umgekehrt könnte eine von diesem Besucher eingeschleppte (außerirdische) 'Grippe' die ganze Bevölkerung des Planeten Erde auslöschen. Wenn sie also schlau genug sind, um Lichtjahre zu überwinden, dann sind sie wahrscheinlich auch schlau genug, um zu wissen, dass unsere Krankheiten sie töten könnten." Sollte dies der angeküdnige "Knaller" sein...?

Neben Coleman sprach auch sein einstiger Vorgesetzter, der Leiter von "Blue Book" von 1958 bis 1963, Col. Bob Friend auf dem Vortrag am zum anerkannten Smithonian Institute gehörenden "National Atomic Testing Museum". In seinem Vortrag sprach er sich - ebenfalls erneut - deutlich gegen die abschließende Erklärung von "Project Blue Book" aus, die keine Hinweise auf unerklärbare Eigenschaften von UFOs gefunden haben wollte:

"Meine bisherige Erklärung für diese Dinge ist die, dass die real sind und ich denke, es wäre sehr viel besser, wenn unsere Regierung oder eine Behörde den wissenschaftlichen Aspekt dieser Dinge untersuchen würde." Zugleich rief er alle UFO-Zeugen dazu auf, über ihre Beobachtungen zu berichten und diese entsprechenden Forschungsorganisationen ohne Angst vor Diskriminierungen zu melden. Entsprechenden Zeugen ermutigend zu "Denken Sie immer daran: Wir sind auf ihrer Seite!"

Nick Pope, der ehemalige Leiter des UFO-Büros der britischen Regierung hingegen, entschuldigte sich für die zuvor geweckten hohen Erwartungen bezüglich der Aussagen der Expertenrunde: "Auch wenn wir kein 'Raumschiff in einem Hangar' präsentieren können, und dies auch nicht das 'Enthüllungsereignis' ist, das sich viele erhofft hatten, so bekommen sie dennoch Eindrücke von Personen, die selbst dieses mysteriöse und für die Regierungen höchst ärgerliche Thema untersucht haben. Doch auch Popes Ausführungen gingen kaum über bereits von ihm bekannte Aussagen, Informationen und Schlussfolgerungen hinaus.

Gleiches galt auch für die Aussagen des ehemaligen Army Col. John Alexander, der aufgrund seiner einstigen Befugnis- und Geheimhaltungsstufen selbst als einer der Top-Insider des US-Militärs gilt und in seinem Buch "UFO's: Myths, Conspiracies and Realities"  (...wir berichteten 1, 2) zwar zu der Überzeugung kommt, dass es keine Verschwörung in Sachen UFOs und Außerirdische auf US-Regierungs- und Militärebene gab noch gibt, dass das Phänomen jedoch real und es Wert ist, sorgfältig und wissenschaftlich untersucht zu werden.

"Wir müssen das UFO-Thema der Wissenschaft zugänglich machen, damit es frei diskutiert und untersucht werden kann", zitiert Speigel Alexander. "Es gibt hier keine eine fachen Antworten. Und uns fehlen bislang nicht nur die Antworten –uns fehlen bislang auch die richtigen Fragen. Das ist es, worum wir uns zunächst kümmern müssen."

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Quelle: huffingtonpost.com
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