Donnerstag, 13. September 2012

Wissenschaft braucht Emotionen - GDNÄ-Präsident kritisiert "emotionales Vakuum" der Forschung


Das Tagungslogo der GDNÄ-Tagung in Göttingen. | Copyright: gdnae.de

Göttingen (Deutschland) - Ein "emotionales Vakuum der Wissenschaft" hat der Präsident der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ), der Dresdener Physiker Prof. Ludwig Schultz, kritisiert. Forscher sollten sich vor allem auch darum bemühen, mehr Aufmerksamkeit für Wissenschaft in der Gesellschaft zu gewinnen, sagte Schultz zur Eröffnung der 127. Versammlung der GDNÄ in Göttingen: "Wir müssen Emotionen in der Gesellschaft erzeugen, vielleicht gar die Gesellschaft provozieren."

- Bei dieser Meldung handelt es sich um einen Pressetext der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte e. V. (GDNÄ), gdnae.de

Es sei ein wesentliches Problem im Wechselspiel von Wissenschaft und Gesellschaft, dass Forscher zwar ein hohes Ansehen genießen, sie aber keiner kenne. Denn Wissenschaftler seien vor allem bestrebt, rational zu handeln und verleugneten dabei ihre Emotionen. Um aber in der Gesellschaft Emotionen wecken zu können, müssten Wissenschaftler selbst Emotionen zeigen und überraschende Momente erzeugen.

Prof. Schultz sprach zur Eröffnung des großen Kongresses der GDNÄ - Die Wissensgesellschaft in Göttingen. Er steht in diesem Jahr unter dem Thema "Gesellschaft braucht Wissenschaft - Wissenschaft braucht Gesellschaft."

An den drei Beispielen Mobilität, Kommunikation und Interaktion werden in Göttingen fünf Tage lang Wissenschaftler und andere Experten die Wechselbeziehungen von Wissenschaft und Gesellschaft darstellen und diskutieren. Forschung, betonte der GDNÄ-Präsident, werde von der Gesellschaft finanziert, daher sollten die Forscher auch klarstellen, welchen Mehrwert ihre Arbeit für die Gesellschaft bringt. Natürlich gehe es auch darum, junge Menschen für die Wissenschaften zu interessieren und zu einem Studium zu bewegen. Noch wichtiger sei es jedoch, allen Nicht-Wissenschaftlern zu zeigen, wie interessant und wichtig dieses Feld für die Gesellschaft ist: "Ein Jurist oder Politiker, der einmal erfahren hat, wie schön Physik sein kann, ist ein besserer Jurist oder Politiker - denn er versteht die für die Gesellschaft wichtigen Fragestellungen viel besser."

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Bei der Tagung in Göttingen, zu der über 1.000 Teilnehmer erwartet werden, sprechen unter anderem der deutsche Medizin-Nobelpreisträger Prof. Harald zur Hausen und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Dr. Rüdiger Grube. Die Tagung ist offen für jedermann, Schüler und Studenten haben sogar freien Eintritt. Insgesamt werden rund 50 Referenten faszinierende Einblicke in ihre Forschungsgebiete und in weitreichende Zusammenhänge geben, auch für Nichtfachleute und interessierte Laien. Eine Podiumsdiskussion stellt die provokante Frage: "Wer bezahlt die Wissenschaft?"

Die GDNÄ - Die Wissensgesellschaft (gegründet 1822, zu Lebzeiten Goethes) ist eine der ältesten Vereinigungen der Welt, die versucht, eine Brücke zwischen Wissenschaft und Nichtwissenschaftlern, sowie zwischen den Disziplinen der Forschung zu schlagen. 190 Jahre nach ihrer Gründung greift sie in Göttingen zum ersten Mal die Wechselwirkungen von Forschung und Gesellschaft direkt als Thema auf.

Die Tagungen der GDNÄ finden alle zwei Jahre in einer anderen deutschen Stadt statt. Mit neuen Elementen sollen in diesem Jahr vor allem auch junge Menschen angesprochen werden. So wird ein Blog im Internet laufend über die interessantesten Vorträge berichten (www.gdnae.wordpress.com), über Twitter (www.twitter.com/gdnae) laufen aktuelle Kurzmeldungen, bei einem Abend "Meet the Prof." bekommen Schüler und Studenten zwanglos Tipps für einen Berufsweg in der Wissenschaft, eine "After Work Party" wird Jung und Alt zusammenführen, rund 100 qualifizierte Schüler, Studenten und Jungwissenschaftler sowie engagierte Lehrer erhalten Reisestipendien der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung und der Bayer Science & Education Foundation, um die Vorträge zu besuchen und mit den Wissenschaftlern zu diskutieren.

Zwei Abendvorträge sind für jedermann offen und kostenlos: "Chemie von ihrer schönsten Seite" mit faszinierenden Experimenten (Samstag, 15.9.); im zweiten Vortrag (Montag, 17.9.) spricht Nobelpreisträger Prof. zur Hausen zu den Chancen einer Impfung gegen Krebs. Am Montagvormittag (17.9.) findet die traditionelle Festsitzung der Gesellschaft Deutscher Chemiker statt.

Quelle: gdnae.de
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