Montag, 1. Oktober 2012

Experten: Bigfoot-Spur im Washington State ist eine Fälschung


Die Bigfoot-Forscher Derek Randles, Cliff Barackman und Guy Edwards beim nehmen von Abgüssen der vermeintlichen Bigfoot-Spur nahe Elbe im US-Bundesstaat Washington.
| Copyright/Quelle: northamericanbigfoot.com 


Portland (USA) - Nachdem Angler im US-Bundesstaat Washington eine aus 150 einzelnen Fußabdrücken bestehende vermeintliche Bigfoot-Spur "entdeckt" und Bigfoot-Forschern gemeldet hatten (...wir berichteten) mehren sich nun die kritischen Stimmen der Untersucher vor Ort. Nicht zuletzt hat sich nun auch der Bigfoot-Experte Cliff Barackman, den die "Entdecker" als ersten Forscher versucht hatten zu informieren, zu dem Fall geäußert und ist sich sicher, dass es sich um eine aufwendige Fälschung handelt.

Bereits zuvor hatte sich schon Thom Powell (thomsquatch.com), einer der ersten Bigfoot-Forscher vor Ort, von dem Fund distanziert und kritisch angemerkt, dass "keine der Fußspuren Hautleisten (Papillarleisten, bzw. Finger-Zehenabdrücke) aufweisen, obwohl die Spuren noch frisch und vom Wetter nahezu unbeeinträchtigt waren. Vor dem Hintergrund, dass menschliche Fußspuren und auch die von Primaten von derartigen Hautleisten überzogen sind, ist dieser Umstand doch sehr verdächtig." Auch die "Platzierung" der angeblichen Bigfoot-Spur erscheine auffällig: "Es hat den Anscheint, als sei die Spur so gelegt, dass sie gefunden werden sollte."Ebenfalls verdächtig ist für die Hauptuntersucher der Spur (Scott Taylor, Rick Noll, David Ellis, Cliff Barackman, Derek Randles, Paul Graves, und Thom Powell) der Umstand, dass sich die angeblichen "Entdecker" bislang nur über E-Mail an die Forscher gewandt hatten und der Bitte der Forscher um ein persönliches Telefonat oder Treffen bislang nicht entsprochen haben, obwohl ihnen (wenn gewünscht) weitere Anonymität und Abgüsse der Spuren versprochen wurde.

Die "Bigfoot Field Researchers Organisation" (BFRO, bfro.net) erklärt hierzu: "Es gehört zu den Untersuchungsstandards der BFRO, dass die Zeugen persönlich befragt werden müssen. Ein Zeuge, der nicht mit dem Untersucher sprechen will - ob nun am Telefon oder persönlich - ist direkt verdächtig wodurch auch der Fall selbst als 'verdächtig' eingestuft werden muss. (...) Im aktuellen Fall haben die Zeugen den Forschern noch nicht einmal eine Telefonnummer überlassen und bislang nur über E-Mail kommuniziert. Das ist ein wirkliches Problem. Wir haben die Zeugen um ein Treffen gebeten und ihnen sowohl Anonymität als auch Abgüsse 'ihrer' Spuren angeboten, ohne dass darauf bislang reagiert wurde. Dieser Umstand führt uns dazu, die Glaubwürdigkeit der Zeugen und damit auch die der Spuren bis auf weiteres in Frage zu stellen."

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Der erste Bigfoot-Forscher, den die "Entdecker" der Spur versucht hatten zu kontaktieren, war Cliff Barackman (cliffbarackman.com). Barackman ist gerade in den USA und Kanada als einer der Protagonisten der beliebten Doku-Reihe "Finding Bigfoot" des US-Privatsenders "Animal Planet" (Discovery) bekannt. Barackman selbst war jedoch gerade auf Urlaub von den andauernden Dreharbeiten zu "Findig Bigfoot", und nicht direkt zu erreichen, weswegen die vermeintlichen Entdecker sich als nächstes an die BFRO und andere Forscher wendeten.


Abguß eines von rund 150 vermeintlichen Bigfoot-Fußabdrücken einer Spur nahe Elbe im US-Bundesstaat Washington. | Copyright/Quelle: northamericanbigfoot.com

Nachdem Barackman kurze Zeit später die Spur dann doch noch selbst in Augenschein nehmen konnte, kommt er in seinem Blog (northamericanbigfoot.com) zu einer deutlichen Einschätzung der Sachlage: "Nach Einsicht in alle Fotos, E-Mails und Abgüsse der Abdrücke, bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass es sich um eine aufwendige Fälschung handelt. Ich will nicht alle meine Gründe für diesen Schluss offen legen, um zukünftige Fälscher nicht auch noch zu noch aufwändigeren und besseren Fälschungen zu inspirieren. Ich scheue mich jedoch nicht davor zu sagen, dass es sich hierbei um die beste Fälschung handelt, die ich je gesehen habe (...). die Leute, die das hier gemacht haben, verstehen etwas von Bigfoot-Abdrücken und haben eine wirklich gute Arbeit geleistet. Dennoch entschädigt diese Anerkennung einer solchen psychopathischen Sachkenntnis nicht für die Aufwende, die Tankkosten und das Abgußmaterial. Auch gibt sie mir nicht die mehr als neun Stunden Autofahrt und mehr als acht Stunden Arbeit vor Ort während meiner aufgrund der Dreharbeiten mir sehr wichtigen Freizeit zurück. Letzteres ist der eigentliche Schaden, der durch derartige Aktionen entsteht... Geld ist eine Sache, wenn ich aber nur alle vier Wochen eine Woche von den Dreharbeiten frei habe und mich dann aber einen Großteil dieser Zeit mit Lügen beschäftigen muss, so macht mich das nicht gerade froh."

Zwar vermutet Barackman, dass die Fälschung primär gegen ihn persönlich gerichtet war, doch kritisiert er darüber hinaus den Schaden, der durch derartige Aktionen für die Bigfoot-Forschung allgemein entsteht: "Was auch immer mit dieser Fälschung bezweckt werden sollte, die eigentlichen Opfer sind wieder einmal die Forscher, die Bigfoot-Community und Bigfoot selbst. Fälscher schaden allen beteiligten Parteien - nicht zuletzt aber auch sich selbst. Sollte die Identität der Fälscher bekannt werden, so wird der Ruf als Lügner nur schwer wieder abzuschütteln sein."
Tatsächlich trifft diese Einschätzung nicht nur auf Fälschungen und ihre Auswirkungen auf die Bigfoot-Forschung, sondern auf zahlreiche grenzwissenschaftliche Forschungsgebiete zu.

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