Dienstag, 2. Oktober 2012

Gute Nachricht: Erholung der Ozonschicht schreitet weiter voran


Das Ozonloch über der Antarktis am 30 September 2012.
| Copyright: DLR (CC-BY 3.0)
 

Oberpfaffenhofen (Deutschland) - Eine neue Studie macht Hoffnung: Das Ozonloch über der Antarktis ist derzeit eines der kleinsten der vergangenen Jahre. Zudem schreitet Regeneration der Ozonschicht weiter voran. Die Wissenschafter sagen nun sogar voraus, dass die Ozonschicht etwa Mitte des 21. Jahrhunderts wieder die gleiche Dicke wie zu Beginn der 1980er Jahre aufweisen wird.

Wie aus dem aktuell vorgelegten Bericht der World Meteorological Organization (WMO) zur Entwicklung der Ozonschicht in der Stratosphäre, an dem auch Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entscheidend mitgewirkt haben, hervorgeht, sind sowohl die flächenmäßige Ausdehnung als auch die gemessenen minimalen Ozonwerte, im Vergleich zu den beobachteten Werten der letzten Jahre, in diesem Jahr klein. "Dies ist ein deutlicher Hinweis auf die Erholung der Ozonschicht insgesamt", so Professor Dr. Martin Dameris vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre.

Bisher stimmen die Klima-Chemie-Modellrechnungen des DLR-Instituts mit dem Beobachtungen überein: "Wenn der Trend anhält, dann schließt sich nach diesen Modellrechnungen das Ozonloch und die Ozonschicht regeneriert sich", so die Pressemitteilung des DLR (dlr.de).


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Satellitenbeobachtungen kombiniert mit Klima-Chemie-Modell: Anomalien der global gemittelten Ozonwerte: Orange und rote Linien repräsentieren Satellitenbeobachtungen; die blaue Linie zeigt die Ergebnisse einer numerischen Simulation mit einem Klima-Chemie-Modell des DLR. Die Ozonschicht erreichte minimale Werte in den 1990er Jahren, danach nehmen die Werte wieder zu. | Copyright: DLR (CC-BY 3.0)

Grundlage für die Vorhersagen sind Modellrechnungen, mithilfe derer physikalische, dynamische und chemische Prozesse in der Atmosphäre simuliert werden. Diese sogenannten "Klima-Chemie-Modelle" wurden unter anderem im Institut für Physik der Atmosphäre erstellt. Zur Untersuchung der Ozonschicht wurden im DLR-Institut Langzeitsimulationen durchgeführt, die in der Vergangenheit beginnen (zum Beispiel im Jahr 1960) und bis in die Zukunft reichen. Rechenergebnisse für die Vergangenheit werden mit Beobachtungsdaten verglichen, unter anderem um die Qualität der Modellergebnisse zu bewerten.

Nur auf Grundlage gut evaluierter Modelle ist es dann möglich, zuverlässige Abschätzungen zukünftiger Entwicklungen wie zum Beispiel der Ozonschicht zu liefern. Zum Verständnis atmosphärischer Vorgänge nutzen Atmosphärenforscher Daten des DLR-Instituts für Methodik der Fernerkundung: Die Wissenschaftler dieses Instituts sind maßgeblich an der Bereitstellung von Datenprodukten beteiligt, die sich mithilfe satellitengestützter Messungen bestimmen lassen. Diese Satellitendatenprodukte werden zum Beispiel mit anderen, unabhängigen Daten verglichen, um eine möglichst hohe Genauigkeit zu erlangen.

Das Ozonloch wird seit Anfang der 1980er Jahre jeweils zu Beginn des antarktischen Frühlings - Mitte September bis Mitte Oktober - beobachtet. Es ist die Folge des hohen Chlorgehaltes in der Stratosphäre, also in der Atmosphärenschicht zwischen etwa 10 und 50 Kilometer Höhe, der durch die Emissionen von FCKWs (Fluorchlorkohlenwasserstoffen) bedingt wird.

Durch die drastische Reduktion des FCKW-Gehalts in der Atmosphäre konnte diese positive Wirkung auf die Ozonschicht hervorgerufen werden. Die Produktion und der Gebrauch von FCKW wurde durch das Montreal-Protokoll im Jahr 1987 und entsprechende Nachfolgevereinbarungen geregelt; seit Mitte der 1990er Jahre ist die Verwendung von FCKWs nahezu ganz verboten. In Folge dessen beobachtet man seit Beginn dieses Jahrhunderts einen Rückgang der stratosphärischen Chlorbeladung.

Durch meteorologische Einflüsse, also durch die Temperaturabhängigkeit der Ozon abbauenden, chemischen Reaktionen erholt sich die Ozonschicht jedoch nicht stetig. Das bedeutet, das Ozonloch zeigt Jahr-zu-Jahr-Variationen mit jeweils stärkeren und geringeren Ozonverlusten, aber mit einem insgesamt positiven Trend hin zu höheren und damit wieder normalen Ozonwerten. "Die Beobachtungen in diesem Jahr belegen die insgesamt positive Tendenz der Entwicklung", so die Forscher. Erneut bestätigt sich also, dass strikte Klimavorgaben, deren Umsetzung und Einhaltung wirken.

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Quelle: dlr.de
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