Dienstag, 23. Oktober 2012

Modellberechnungen bestätigen: Auf dem Mars kann es auch heute noch flüssiges Wasser geben


Fließstrukturen an den Hängen des Newton-Kraters auf dem Mars im August 2011. (HIER finden Sie eine vergrößerte Version der Abb.)
| Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona



Fayetteville (USA) - Mit neuen Modellberechnungen haben US-Wissenschaftler bestätigt, das auch auf der Oberfläche des heutigen Mars flüssiges Wasser in Form von Sole existieren und Fließmuster erzeugen kann, wie sie zuvor von Satelliten aus dem Marsorbit entdeckt wurden und seither für kontroverse Diskussionen über ihre Herkunft sorgten.

Wie das Team um Vincent Chevrier von der University of Arkansas und Edgard Rivera-Valentin von der Brown University aktuell im Fachjournal "Geophysical Research Letters" berichten, untersuchten sie jene saisonal wiederkehrenden Fließstrukturen, die die NASA-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) im Juli 2011 an den Hängen des Newton-Kraters in den mittleren Breitengraden der südlichen Marshemisphäre entdeckt hatte (...wir berichteten, s. Abb. u. Video. u.).

Hierzu haben die Forscher die bislang umfangreichste Modellberechnungen für das Verhalten von Kombinationen aus Wasser und Salzen, sogenannte Natursole, erstellt und konnten erstmals zeigen, wie entsprechend salzhaltiges Wassereis auf dem Mars schmelzen, abfließen und schlussendlich verdampfen und dabei die Fließmuster erzeugen könnte.


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Grundlage der Berechnungen ist der Umstand, dass Salze den Gefrier- und Schmelzpunkt von Wasser absenken können. In ihren Simulationsmodellen nutzten die Forscher unterschiedliche und bekanntermaßen auf dem Mars vorkommende Salze, um zu berechnen, wie stark Wasser auf dem Mars verflüssigt werden und wie lange es diesen Aggregatszustand beibehalten kann. Des Weiteren gehen die Forscher in ihren Modellen von Marsböden mit einer Tiefe von bis zu 20 Zentimetern aus, in die hinab sich die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen auswirken können.

"Ziel unserer Berechnungen war es, eine Wasser-Salz-Mischung zu finden, die kommen und vergehen kann. Wir suchten also eine Mixtur, die weder vollständig flüssig noch fest ist", so Chevrier. Das Ergebnis: Unter den simulierten Marsbedingungen zeigte sich, dass Kalziumchlorid, wie es auch in der Natur gelöst in Salzsolen vorkommt, diese gesuchten Voraussetzungen am besten erfüllt.

"Je einfacher es schmilzt, desto einfacher kann es auch verdampfen", erläutern die Forscher. In ihren Simulationen gelang es den Wissenschaftlern auf dieser Grundlage genügend Sole derart aufzuschmelzen, sodass es nicht umgehend vollständig verdampft und somit die Fließmuster erzeugen und erklären kann. Das Modell der Forscher stimmt zudem mit den lokalen jahreszeitlichen Veränderungen und erklärt ebenfalls, warum eine spektrometrische Analyse durch die MRO-Sonde die Fließstrukturen nicht als reines Wasser identifizierte.

Rinnsale auf dem Mars

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