Samstag, 6. Oktober 2012

Science Camp in Hessdalen wieder ein Erfolg


Jader Monari, GAPERS, Museo del cielo della Terra
 


Hessdalen (Norwegen) - Seit 2002 veranstaltet die Universität Ostfold jeweils im Herbst sogenannte Science Camps im norwegischen Hessdalen, wo es seit mehr als 100 Jahren immer wieder zu teils spektakulären Sichtungen unbekannter Lichtphänomene am Himmel über der Gegen kommt - Phänomene, die seit Mitte der 1980er Jahre auch von Wissenschaftlern gesichtet und unter anderem mit permanenten Beobachtungs- und Messstationen erforscht und dokumentiert wurden und werden. Das "Science Camp Hessdalen" fand heuer erneut unter internationaler Beteiligung statt. Hier ein Exklusiv-Überblick über die ersten Vorabergebnisse.

Während der jeweils rund einwöchigen Veranstaltungen lernen Schüler und Studenten Grundlagen der Feldforschung kennen. Dahinter stecken zwei Ideen: Zum einen sollen in der neuen Forschergeneration Vorbehalte gegenüber wissenschaftlichen Grenzbereichen abgebaut werden. Zum anderen stehen während der "Science Camps" besonders viele Beobachter vor Ort zur Verfügung.

"Seinen bislang größten Erfolg feierte die Hessdalen-Forschung während des Science Camps 2007, als es gelang, ein aussagekräftiges Spektrum des Hessdalenlichts zu gewinnen", berichtet Bernard Pröschold auf seiner Internetseite zum Thema "hessdalen.de", der als Fotograf und Soziologe seit Jahren an den Science Camps teilnimmt. "Die Analyse des Spektrums erlaubte die Identifikation der beteiligten Elemente: Neben den gewöhnlichen Elementen Sauerstoff und Stickstoff konnten auch Silizium, Eisen, Titan und Scandium nachgewiesen werden."


Das Spektrum des 2007 fotografierten Hessdalen-Lichts.
| Copyright: sciencenter.no, Bjorn Gitle Hauge, bjorn.g.hauge@hiof.no


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Auch 2012 war Pröschold wieder dabei, als das "Science Camp" vom 17. bis zum 21. September, erneut unter der Leitung von Bjorn Gitle Hauge und Erling Strand in Kooperation mit dem "Inspira Science Center" organisiert wurde. "Neben naturwissenschaftlich interessierten Schülergruppen, fanden sich drei TV-Teams und Hobbyforscher aus fünf Nationen in Hessdalen ein. Im Laufe der fünftägigen Forschungsphase gelangen zahlreiche Fotografien, Messungen und Beobachtungen.

"Neben 27 norwegischen Schülern und Studenten, 4 Lehrern, nahmen auch 6 Schüler und 2 Lehrer aus Schweden, sowie Wissenschaftler und aus Frankreich und Italien am Science Camp teil", erläutert Erling Strand gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de". Zudem waren Journalisten vor Ort, die Dokumentationen für das italienische Fernsehen (Rai 2), den norwegischen Sender "NRK" und auch für "ARTE" produzieren.

"Im Bergland waren insgesamt drei Stationen verteilt, von denen aus die Teilnehmer die Gegen beobachten und mit umfangreicher technischer Ausrüstung - darunter Radar, VLF-Empfänger (elektromagnetische Längstwelle), UHF-Spektograf, Spektralkameras, Foto- und Videokameras - überwachen konnten", so Strand weiter.

Wie Bernd Pröschold berichtet, gelang bereits in der ersten Nacht des Science Camps eine Aufnahme, die möglicherweise noch lange für Gesprächsstoff sorgen wird: "Drei Mal bewegt sich ein rotes Licht über die Landschaft westlich des Oyungen Sees. Was zunächst aussieht, wie das Positionslicht eines Flugzeugs, kann unvermittelt in der Luft stehen bleiben und seine Flugrichtung in wenigen Sekunden um 180° ändern."


Bizarres Manöver eines Lichtphänomens von 22:01 - 22:11 Uhr. (Weitere Aufnahmen, Vergrößerungen, Einzelbildanimationen und Daten finden Sie HIER)
. | Copyright: Bernd Pröschold



Weiteres Manöver von 22:28 - 22:37 Uhr. (Weitere Aufnahmen, Vergrößerungen, Einzelbildanimationen und Daten finden Sie HIER).
| Copyright: Bernd Pröschold

Der Fotograf hat bereits viele Tausend Flugzeuglichter in seinen astronomischen Zeitrafferaufnahmen gefunden, und kein einziges dieser Lichter weist eine durchgehend rote Farbe auf. Hinzu erläutert Pröschold: "Die internationale Luftfahrtorganisation IATA schreibt neben einem roten Licht zwingend ein weißes und ein grünes Licht vor - auch für Hubschrauber. Die bizarre Flugbahn des Lichtes wird auf Kompositaufnahmen sichtbar."

Noch in der gleichen Nacht um 2:00 Uhr tauchte dann ein Licht vor den unbewohnten Inseln über der Mitte des Sees auf. 16 Minuten später erschient dieses erneut an fast dergleichen Stelle. "Vermutlich handelt es sich um zwei sehr kurze punktförmige Lichtblitze - typisch für das Hessdalen-Phänomen", so Pröschold.

"Die Nacht vom 19. auf den 20. September war durch starke Polarlichtaktivität geprägt. Die italienische Forschungsgruppe um Jader Monari versammelte sich am Vista Point am Nordende des Tals, um das Himmelsschauspiel zu fotografieren. Auf den Fotografien zeigt sich jedoch nicht nur das Polarlicht, sondern auch ein bizarres Lichtphänomen."



Bizarre Flugbahn eines Hessdalen-Phänomens vor dem Hintergrund eines nicht minder beeindruckenden Nordlichts. (Weitere Aufnahmen, Vergrößerungen, Einzelbildanimationen und Daten finden Sie HIER).
| Copyright: Jader Monari, GAPERS, Museo del cielo della Terra

In der letzten Nacht des Science Camps wählte sich Bernd Pröschold dann das Westufer des Oyungen Sees als Standort für seine Zeitrafferaufnahmen. "Um 02:05 CEST zeigte sich eine ungewöhnliche Lichterscheinung. Ähnliche Phänomene, die aus mehreren Lichtbällen zu bestehen scheinen, tauchen immer wieder in Zeitrafferaufnahmen aus Hessdalen auf. Die hier gelungene Aufnahme aus der Nacht auf den 21. September wurde mit der neuesten DSLR-Generation aufgenommen. Damit kann mit einiger Sicherheit ausgeschlossen werden, dass Rauschartefakte der Kamera für derartige Abbildungen verantwortlich sind.
 

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In der Nacht auf Samstag, nach Ende des offiziellen Science Camps, fand die italienische Forschergruppe um Monari eine weitere Interessante Struktur in ihren Aufnahmen. Das Bild entstand am Standort des Basislagers östlich des Oyungen Sees. Die wechselnden Farben und zahlreichen Lichtbälle sind eher typisch für das Hessdalen-Phänomen als für Meteore."

Auch Erling Strand ist mit dem Ergebnis der "Wissenschaftswoche" zufrieden: "Wir haben eine ganze Menge Daten und Aufnahmen zusammentragen können, die es jetzt auszuwerten gilt. Besonders mit unserem Radar gelangen uns einige Aufnahmen, die so mit bloßem Auge überhaupt sich zu sehen waren."



Videodokumentation: The Portal
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Quellen: hessdalen.org, hessdalen.de, sciencenter.no
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