Donnerstag, 25. Oktober 2012

Stammt das mysteriöse kosmische Hintergrundleuchten von einsamen Sternen?


Künstlerische Darstellung von Sternen, die aus ihren einstigen Heimatgalaxien herausgeschleudert wurden (Illu.).
| Copyright: NASA/JPL-Caltech/UC Irvine 


Pasadena (USA) - Neue Daten des Infrarot-Weltraumteleskops "Spitzer" weisen daraufhin, dass einsame Sterne, die einst aus ihren Heimatgalaxien in den interstellaren Raum katapultiert wurden, für ein mysteriöses infrarote Hintergrundleuchten verantwortlich sind, wie es den gesamten Himmel durchzieht und Astronomen bislang vor ein Rätsel gestellt hat.

"Das infrarote Hintergrundleuchten unseres Himmels war bislang ein großes Rätsel", erläutert Asantha Cooray von der University of California, Hauptautorin der aktuell im Fachjournal "Nature" veröffentlichten Studie. "Jetzt liegen uns neue Beweise dafür vor, dass dieses Licht von Sternen stammt, die sich im Raum zwischen den Galaxien aufhalten. Für sich alleine betrachtet, sind diese Sterne zu lichtschwach, als dass man sie sehen könnte. Wir glauben aber, dass das, was wir sehen, ihr gemeinsames Glühen ist."

Damit widersprechen die neuen Ergebnisse allerdings früheren Theorien zum infraroten Hintergrundglühen, wie sie von NASA-Wissenschaftlern erst im vergangenen Juni vorgestellt wurden. Diese vermuten, dass es sich um das Leuchten der ersten Objekte handelt, die nach dem Urknall im Universum überhaupt entstanden sind. Demnach könnte es sich um unvorstellbar gewaltige Ursterne oder gierige Schwarze Löcher handeln (...wir berichteten).

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In der neuen Studie konzentrierte sich das Team um Cooray auf einen Himmelsausschnitt im sogenannten Sternenfeld um das Sternbild Bootes. Zwar ist die aktuelle Untersuchung weniger feingliedrig, wie die im Juni veröffentlichte Studie, doch erlaubt der größere Maßstab den Forschern eine genauere Analyse des Gesamtmusters des kosmischen Hintergrundleuchtens.

Insgesamt haben die Forscher das Bootes-Feld 250 Stunden lang mit Spitzer beobachtet. Die hierbei gewonnen Daten stimmen nun nicht mehr mit früheren Theorien und den Computersimulationen der frühen Sterne und Galaxien überein, da das Leuchten zu hell erscheint, als dass sie von diesen Objekten stammen könnten.

Das Bootes-Sternenfeld im infraroten Licht (l.) im Vergleich zur Verteilung des immer noch rätselhaften infraroten Hintergrundleuchtens derselben Himmelsregion (r.) aus der das Leuchten bekannter Lichtquellen (bspw. Galaxien) herausgerechnet wurde (graue Flecken). (HIER finden Sie eine vergrößerte Bilddarstellung.)
| Copyright: NASA/JPL-Caltech

Stattdessen erklären die Forscher um Cooray das fleckige Lichtmuster mit Sternen, die durch das Schwerkraftzwischenspiel zwischen frühen Galaxien aus ihren ursprünglichen Heimatgalaxien herauskatapultiert wurden und sich nun im Raum zwischen den Galaxien befinden.

Jetzt seien jedoch weitere Untersuchung notwendig, um bestätigen zu können, ob die Verteilung solcher Sterne tatsächlich auch mit einem Großteil des Musters des infraroten Hintergrundleuchtens übereinstimmt. Auch für diese Arbeit liegt die Hoffnung der Astronomen schon jetzt auf dem für 2018 anvisierten neuen James-Webb-Weltraumteleskop (JWST).

"Die hochauflösenden Infrarotsicht wird es uns ermöglichen, einige der ersten Sterne und Galaxien des Universums aber auch die einsamen Sternen zwischen nahen Galaxien direkt zu sehen", erläutert Erich Smith vom JWST-Programm am Hauptquartier der NASA. Spätestens dann wird sich zeigen, welche dieser Objekte für das infrarote Hintergrundleuchten verantwortlich sind."

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Sonderbares Leuchten: Weltraumteleskop erspäht Hinweise auf früheste Objekte im Universum 8. Juni 2012


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