Mittwoch, 28. November 2012

Astrobiologe: "Außerirdische Besucher atmen wahrscheinlich ebenfalls Sauerstoff"


Blick auf die Stick- und Sauerstoffhaltige Erdatmosphäre.
| Copyright: NASA



Seattle (USA) - Sollten Außerirdische die Erde besuchen, mit ihrem Raumschiffen landen und sogar aussteigen, so bräuchten sie wahrscheinlich keine Atemhilfen. Davon ist zumindest der Astrobiologe David Catling überzeugt und erläuterte gegenüber dem US-Magazin "Forbes" warum entsprechende "Besucher" wahrscheinlich mit unserer Luft ganz gut zurechtkommen würden.

Grund für Catlings Zuversicht, so der Astrobiologe von der University of Washington gegenüber dem Magazin (forbes.com), sei der Umstand, dass es Wahrscheinlich sei, dass auch komplexes und intelligentes Leben auf fernen Planeten molekularen Sauerstoff (O2) für den Atmungskreislauf nutzt.

Zwar seien sich Wissenschaftler weitreichend darüber einig, dass Leben grundsätzlich auch ohne Sauerstoff entstehen könne, doch benötige die Entstehung von komplexen Lebensformen, also mobilen, mehrzelligen Organismen mit unterschiedlich angepassten Körperformen Sauerstoff, so Catling.


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Sauerstoff, so erläutert der Forscher weiter, sei das am meisten geeignete Element im Periodensystem, um ausreichende Mengen an Energie für einen entsprechenden Stoffwechsel zur Verfügung zu stellen, wie er es etwa unserer eigenen Spezies erst ermöglicht, entsprechend groß zu wachsen, zu laufen, zu springen und zu denken.

Sollten Außerirdische also in der Lage sein, die Erde zu besuchen, so sei davon auszugehen, dass auch sie vergleichbare Fähigkeiten entwickelt haben. "Da Sauerstoff so viele chemische Vorteile mit sich bringt und auch die Geschichte des komplexen Lebens auf der Erde derart mit Sauerstoff verwoben ist, glaube ich, dass auch E.T. Sauerstoff atmen würde."

Im Vergleich zu aeroben, also sauerstoffabhängigen Stoffwechselsystemen, verbrauchen anaerobe, also von Sauerstoff unabhängige Stoffwechsel zehn Mal so viel Energie. Dies führt dazu, dass letztere nicht größer und komplexer werden. "Immer mehr geologische Beweise und biologische Beobachtungen deuten daraufhin, dass es der irdische Sauerstoff war, der die Evolution von frühen komplexen Lebensformen erst in Schwung brachte."

An nächster Stelle, nach Sauerstoff, sieht Catling Stickstoff als wahrscheinlichsten Energielieferant für einen alternativen Stoffwechsel, der immer noch zu komplexerem Leben führen könnte. "Solche Organismen würden dann keine Luft atmen und möglicherweise im Wasser leben, wo sie Stickstoff als Nitrate lösen und diese in Ammoniak umwandeln - ein Vorgang, der etwa zwei Drittel der Energie liefern würde, wie die Sauerstoff-Atmung." Tatsächlich sieht Catling doch auch im Stickstoff keine wirkliche Alternative zu Sauerstoff als Quelle für Atmung und Stoffwechsel.

Zwar gäbe es auch andere Sauerstoffträger wie etwa Fluor und Chlor, doch explodiere Fluor beim Kontakt mit organischer Materie, während Chlor sich in flüssigem Wasser auflöse und Bleiche bilde, die ebenfalls organische Moleküle zerstört. "Sauerstoff hingegen ist zwar reaktiv genug, um genügend Energie zu liefern aber nicht derart aggressiv um uns zu zerstören", so Catling.

Auch der Umstand, dass Sauerstoff das drittreichste Element im Universum darstellt und dass nahezu aller atmosphärischer Sauerstoff auf der Erde durch die Aufspaltung von Wasser (H2O) und Sauerstoff (O2) als Abfallprodukt von Bakterien entsteht, trägt für den Forscher zur Schlüssigkeit seiner Hypothese bei: "Sauerstoff löst sich nur ansatzweise in Wasser auf, ist aber an und für sich nicht wirklich löslich. Aus diesem Grund wird wahrscheinlich auch auf anderen Planeten Sauerstoff hauptsächlich in atmosphärischer Form und nicht gelöst in Ozeanen vorhanden sein. Wenn es also flüssiges Wasser auf einem Planeten gibt dort und so etwas wie Photosynthese entstanden ist, so ist es nicht auszuschließen, dass auch hier Sauerstoff freigesetzt wird."

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Quelle: forbes.com, washington.edu
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