Samstag, 17. November 2012

Biologen: Mindestens ein Drittel der Meereslebewesen noch unbekannt


Archiv: Bis 1938 ein lebendes Exemplar entdeckt wurde, gingen Meeresbiologen davon aus, dass der Quastenflosser seit rund 70 Millionen Jahren ausgestorben war.
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Paris (Frankreich) - Obwohl in den vergangenen zehn Jahren mehr Lebewesen in den Weltmeeren entdeckt und wissenschaftlich beschrieben wurden als in jedem früheren Jahrzehnt, sind noch mindestens ein Drittel aller Arten von Meeresbewohnern der Wissenschaft noch vollständig unbekannt. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Bestandsaufnahme des Lebens in den Ozeanen durch mehr als fast 300 internationale Experten.

Wie die Forscher aktuell in einem Bericht im Fachjournal "Current Biology" erläutern, schätzen sie, dass die Meere Heimat von mindestens einer Million Arten. Etwa 226.000 dieser Arten wurden bereits wissenschaftlich beschrieben. Weitere 65.000 Arten warten immer noch in wissenschaftliche Sammlung darauf, beschrieben zu werden.

"Zum ersten Mal können wir eine detaillierte Übersicht über den Artenreichtum der Meere präsentieren. Hierbei handelt es sich um den aktuellen Stand unseres Wissens bzw. Nichtwissens über diesen Lebensraum", erläutert Ward Appeltans von der Intergovernmental Oceanographic Commission (IOC) der UNESCO. Zugleich erwarten die Forscher, dass ein Grossteil der bislang noch unbekannten Arten, vornehmlich kleinere Krustentiere, Muscheln, Würmer und Schwämme, noch in diesem Jahrhundert entdeckt und beschrieben werden.



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Frühere Schätzungen über die Artenvielfalt der Ozeane basierten lediglich auf Experteneinschätzungen und Hochrechnungen früherer Werte. Diese Schätzungen variierten jedoch stark voneinander, da es keinen gemeinsamen Katalog der bekannten globalen Arten gab.

Appeltans und Kollegen, darunter Mark Costello von der University of Auckland sowie 268 weitere Experten von 146 Institutionen aus 32 Ländern, haben diese Bestandsliste nun erstellt und diese auch in Form einer Online-Datenbank veröffentlicht (www.marinespecies.org). Bislang ist die WoRMS-Datenbank (World of Marine Species) bezüglich der bekannten und beschrieben Arten zu 95 Prozent vollständig und wird stetig aktualisiert.

Während die Biologen schätzen, dass zukünftig noch bis zu 40.000 Arten aufgrund von Mehrfachbenennungen aus der Liste gestrichen werden müssen, werde dieser Schwund wahrscheinlich durch DNA-basierte Beweise für bislang übersehene kryptide, also (noch) im Verborgenen lebende Arten, ausgeglichen.

"Während es in den Ozeanen weniger Leben als an Land gibt, ist das Leben in den Meeren evolutionär betrachtet sehr viel älter und aus diesem Grund von grundlegender Bedeutung für ein Verständnis des irdischen Lebens" so Appeltans. Hierfür bilde die WoRMS-Datenbank jedoch erst lediglich eine erste Grundlage. "Sie stellt ein Beispiel dafür dar, wie auch andere Biologen in Gemeinschaftsarbeit eine Bestandsaufnahme des Lebens auf der Erde erstellen könnten.

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