Samstag, 3. November 2012

Curiositys Erste Messungen: Kaum bis kein Methan im Marskrater Gale


Mögliche Quellen und Abgangswege von Mars-Methan: Neben biologischen Quellen wie Mikroben, könnte das Gas auch während der Zersetzung von Kometen oder Meteoriten und interplanetarischen Staubpartikeln durch das ultraviolette Sonnenlicht, aber auch durch das Zwischenspiel von Wasser und Gestein entstehen. Ebenfalls photochemische Reaktionen in der Marsatmosphäre oder Abflüsse auf der Oberfläche selbst könnten hingegen das Verschwinden des Gases erklären. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen)
| Copyright: NASA/JPL-Caltech, SAM/GSFC
 

Pasadena (USA) - Erste Analysen der Marsatmosphäre durch die mobile Laboreinheit "Curiosity" der aktuellen NASA-Marsmission "Mars Science Laboratory" (MSL) haben nahezu gar keine Spuren von Methan im Gale-Krater gefunden. Nach früheren Messungen, die erstaunliche Mengen des Gases in der Marsatmosphäre nachgewiesen hatten, deren Ursprung - ob nun geologisch, meteorisch oder biologisch - bislang jedoch nicht eindeutig überprüft werden konnte, dämpft das aktuelle Ergebnis die Hoffnungen vieler Wissenschaftler darauf, dass "Curiosity" diese und damit die Frage, ob es auch heute noch auf dem Mars zumindest mikrobisches Leben gibt, beantworten könnte.

Methan selbst ist eine der einfachsten Formen organischer Zusammensetzungen. Zumindest auf der Erde stammen bis zu 95 Prozent des Methans in der Atmosphäre aus biologischen Prozessen - hauptsächlich durch mikrobische Stoffwechselprozesse und durch Flatulenz von Landelebewesen. Dennoch kann das Gas auch durch geologische Prozesse entstehen oder durch Meteoriten freigesetzt werden (...wir berichteten, s. Abb. u. Links).

Die ersten Messungen durch die Analyseeinheit "Sample Analysis at Mars" (SAM) an Bord des Rovers offenbaren nur wenige Teile pro Milliarde, wobei die Messunsicherheiten auch die Möglichkeit beinhalten, dass überhaupt kein Methan gemessen wurde.

Dennoch, so unterstreichen die Curiosity-Missionswissenschaftler der NASA, könne nicht ausgeschlossen werden, dass zukünftige Messungen dennoch Methan aufspüren werden, erläutern die NASA-Wissenschaftler. So könne es beispielsweise sein, dass das Gas nur während bestimmter Jahreszeiten freigesetzt werde oder es könnte wieder zu schnell zerstört werden, um von dem Rover identifiziert werden zu können.

"Mit SAM werden wir weiterhin nach Methan suchen, um herauszufinden, wie stark seine Menge über die Zeit hinweg variiert", erläutert die SAM-Wissenschaftlerin Sushil Atreya auf einer Pressekonferenz. Sollten diese Messungen dann stark variierende Mengen des Gases nachweisen, spräche vieles für einen biologischen und gegen einen geologischen Ursprung und damit für immer noch im Marsgrund aktive Mikroorganismen.

Derweil unterstützen die aktuellen ersten Messungen des Rovers die Vorstellung von einem einst lebensfreundlicheren Roten Planeten. Unterschiedliche in der Marsatmosphäre nachgewiesene Isotope belegen, dass der Mars tatsächlich einen Großteil seiner einstig dichten Atmosphäre über Jahrmillionen hinweg ins All verloren hat. Grundlage dieser Schlussfolgerung ist der Nachweis von deutlich weniger leichten Isotopen in der Atmosphäre des Mars als diese anhand von urzeitlichen Marsmeteoriten gefunden werden können. Die Messergebnisse deuten unter anderem daraufhin, dass der Mars etwa die Hälfte seines ursprünglichen Kohlendioxids verloren hat, was wiederum nahe legt, dass der Rote Planet einst deutlich wärmer und feuchter war als heute.

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: NASA
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