Dienstag, 27. November 2012

Keine Zunahme psychologischer Probleme bei Vollmond


Vollmond.
| Copyright: Sebastian Voltmer, astrophoto.de 


Québec (Kanada) - Im Gegensatz zur selbst unter Medizinern weit verbreiteten Überzeugung, dass es während Vollmond zu einem Anstieg psychologischer Probleme kommt, konnten kanadische Wissenschaftler, die diese Behauptung anhand von Patientendaten nun überprüft haben, einen solchen Einfluss des Vollmondes nun zumindest statistisch nicht nachweisen. Zugleich entdeckten die Forscher aber auch eine diese Regel offenbar bestätigende Ausnahme in den Daten.

In ihrer Studie untersuchten die Forscher um Professor Geneviéve Belleville von der Université Laval das Verhältnis zwischen Mondphasen und der Anzahl von Patienten, die von März 2005 bis April 2008 in den Notfallaufnahmen zweier Krankenhäuser in Montreal von spontanen psychologischen Problemen berichteten. Die Ergebnisse ihrer Auswertung dieser Daten haben die Wissenschaftler aktuell im Fachjournal "General Hospital Psychiatry" beschrieben.

Im Speziellen konzentrierten sich die Forscher auf 771 Einzelfälle von Personen, die in den Notaufnahmen über plötzliche Brustschmerzen klagten, ohne dass hierfür eine medizinische Ursache gefunden werden konnte. Eine psychologische Beurteilung dieser Fälle ergab, dass eine beträchtliche Anzahl dieser Patienten an Panikattacken, Angststörungen, Stimmungsschwankungen bis hin zu Suizidgedanken litten.


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Ein Abgleich mit dem Mondkalender zeigte den Forschern dann, dass es keine Verbindung zwischen dem Auftreten dieser psychologischen Probleme und irgendeiner speziellen Mondphase gibt.

Einzig die Fälle von Angststörungen gingen während des letzten Mondviertels um 32 Prozent zurück. "Hierbei könnte es sich um Zufall handeln. Oder es haben sich Faktoren ausgewirkt, die wir bislang nicht berücksichtigt haben", so Belleville. Eines sei jedoch sicher, so die Medizinerin: "Wir haben weder Auswirkungen des Vollmonds noch des Neumonds auf psychologische Probleme gefunden."

Des Weiteren stellten die Forscher fest, dass das Ergebnis ihrer Untersuchungen den Vorstellungen selbst einer Mehrheit des Krankenhauspersonals widersprach. Demnach gehen 80 Prozent der befragten Krankenschwestern von einem Effekt des Vollmondes auf die mentale Gesundheit aus. Unter den befragten behandelnden Ärzten selbst herrscht diese Vorstellung immerhin noch bei 64 Prozent vor. "Wir hoffen, dass unsere Ergebnisse dazu beitragen, dass das medizinische Personal diese Vorstellung ablegt", so Belleville. "Wenn nicht, so besteht die Gefahr, dass dieser Irrglaube die Beurteilungen der Schwestern, Pfleger und Ärzte während entsprechender Mondphasen beeinflussen könnte oder aber, dass sie gegenüber entsprechender Probleme während des restlichen Monats weniger Aufmerksam sind."


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