Montag, 19. November 2012

Nachgewiesenes Higgs-Teilchen möglicherweise enttäuschend normal


Grafische Darstellung einer Protonenkollision eines Zerfalls, wie er vom Higgs-Boson-Teilchen erwartet wurde.
Grafische Darstellung einer Protonenkollision eines Zerfalls, wie er vom Higgs-Boson-Teilchen erwartet wurde.
| Copyright: CERN, cern.ch 


Genf (Schweiz) - Erst im vergangenen Sommer feierten Wissenschaftler am Europäischen Kernforschungszentrum CERN euphorisch den Nachweis des lange gesuchten sogenannten Higs-Bosons, das aller Materie im Universum ihre Masse verleihen soll. Während seither die Hoffnungen groß waren, dass es sich dabei um ein exotisches Teilchen handeln könnte, zeigen neue Daten, dass auch die Eigenschaften des oft als "Gottesteilchen" bezeichneten subatomaren Partikels nahezu exakt den Vorhersagen des "gewöhnlichen" Standardmodells der Teilchenphysik entsprechen - also wahrscheinlich keine Einblicke in die mit dem LHC gesuchten "neuen Physik" gewähren.

Wie die CERN-Wissenschaftler der Experimente ATLAS und CMS am Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) aktuell auf dem "Hadron Collider Particle Symposium" im japanischen Kyoto berichteten, stützen zwar auch die neuen Daten die Hoffnung, dass es sich bei dem im Sommer gefundenen subatomaren Teilchen tatsächlich um das Higgs-Boson handelt. Allerdings entspreche es den Vorhersagen des bekannten Standardmodells der Teilchenphysik und weise damit keine exotischen Merkmale auf, die der von den LHC-Experimenten erhoffte "neue Physik" unterliegen sollen.

"Das Teilchen verhält sich fast schon in enttäuschend deutlicher Übereinstimmung mit dem einfachen Standardmodell", kommentiert Tommaso Dorigo vom CMS-Team die neuen Daten.


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Der Grund für die Enttäuschung einiger Physiker über diese neuen Daten, liegt in der Hoffnung begründet, dass sich das Higgs-Teilchen in seinen Eigenschaften und Verhalten von den Vorhersagen des Standardmodells unterscheiden und damit Einsichten in ebenso exotische wie neue Theorien und Konzepte der Physik erlauben würde, die sie für notwendig halten, um die wahre Natur des Universums zu beschreiben.

Genauere Erkenntnisse erhoffen sich die CERN-Wissenschaftler nun von weiteren Experimenten mit dem LHC, die dann auf der Winter-Konferenz im kommenden Frühjahr präsentiert werden sollen. Doch selbst dann werde es noch eine ganze Weile dauern, bis Auswertungen dieser Daten die genaue Natur des Higgs-Teilchens offenbaren können, so die Forscher.
 

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