Freitag, 30. November 2012

Sonde bestätigt Wasser auf Merkur

Merkur: Blick auf den innersten Planeten im Sonnensystem. | Copyright: NASA/APL 

Washington (USA) - Die NASA-Raumsonde "MESSENGER" hat eindeutige Hinweise auf Wasser und weitere flüchtige Verbindungen auf dem innersten Planeten des Sonnensystems entdeckt. Auch auf Merkur sind das Wasser und organische Stoffe demnach in Form von Eis in immerdunklen Kratern an den Polen des Planeten gebunden.

Seit ihrer Ankunft im März 2011 untersucht die Sonde "MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry, and Ranging" den Merkur in bislang unbekannter Auflösung und Qualität (...wir berichteten, s. Links).

Die Entdeckung ermöglicht den Forschern erstmals einen Einblick in ein Kapitel der Geschichte des inneren Sonnensystems, während dessen die hiesigen Planeten - darunter auch die Erde - ihr Wasser und einige der chemischen Bausteine des Lebens erhalten haben.


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"Die neuen Daten weisen auf Wassereis in den Polregionen des Merkurs hin, das über eine Fläche von der Größe von Washington, D.C. verteilt und mehr als drei Kilometer dick ist", erläutert der MESSENGER-Wissenschaftler David Lawrence vom Applied Physics Laboratory (APL) an der Johns Hopkins University und Hauptautor eines aktuell im Fachjournal "Science Express" veröffentlichten Artikels.

Aufgrund seiner großen Sonnennähe ist Merkur zunächst eigentlich einer der unwahrscheinlichsten Orte im Sonnensystem, auf denen Wassereis zu erwarten wäre. Die Neigung der Rotationsachse des Planeten um weniger als ein Grad lässt jedoch an seinen Polen immerdunkle Regionen entstehen, in die nie ein Sonnenstrahl vordringt.

Schon vor Jahrzehnten hatten Wissenschaftler hier Wassereis und andere gefrorene flüchtige Elemente erwartet. Die Entdeckung von ähnlich wie Eis reflektierenden Regionen an den Polen des Merkurs mit dem Arecibo Radioteleskop, schienen diese Vermutungen dann 1991 erstmals zu bestätigen.

 

Aufnahmen der Nordpolregion des Merkurs durch das Arecibo Observatrory.
| Copyright: National Astronomy and Ionosphere Center, Arecibo Observatory



Überblendung der Arecibo-Daten auf eine MESSENGER-Aufnahme der Nordpolregion des Merkur.
| Copyright: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington/National Astronomy and Ionosphere Center, Arecibo Observatory



Immerschattige Regionen am Nordpol des Merkur (rot) decken sich mit Radarsignaturen von Wassereis, die 1991 mit dem Arecibo Observatory gemacht wurden (gelb).
| Copyright: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington/National Astronomy and Ionosphere Center, Arecibo Observatory

Die neuen Beobachtungen bestätigen, dass Eis den Hauptbestandteil von Ablagerungen am Nordpol des Planeten darstellt. Die Eisflächen selbst sind jedoch von einer bis zu 20 Zentimeter dicken, dunklen und weniger reflektierenden Ablagerungsschicht verborgen. Diese Schicht, so vermuten Forscher um Gregory Neumann vom Goddard Flight Center der NASA und David Paige von der University of California in Los Angeles in zwei weiteren Studien, besteht aus einem Mix aus komplexen organischen Verbindungen, die mit Asteroiden auf den Merkur kamen. Auf die gleiche Weise, so die Wissenschaftler, ist wahrscheinlich auch das Wasser auf den innersten Planeten gelangt.

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Quelle: nasa.gov

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