Donnerstag, 8. November 2012

Sonnensystem doch keine Seltenheit: Noch mehr erdähnliche Planeten möglich als bislang gedacht


Künstlerische Illustration des frühen Sonnensystems.
| Copyright: NASA/JPL-Caltech 

Kopenhagen (Dänemark) - Vor etwa 4,567 Milliarden Jahren begann sich unser Planetensystem aus einer ausgedehnten Staub- und Gasscheibe um die Sonne herauszubilden. Während ähnliche Prozesse bereits in jüngeren Systemen der Milchstraße beobachtet werden konnten, gingen Wissenschaftler bislang davon aus, dass der Entstehungsprozess des Sonnensystems etwa doppelt so lange gedauert hat, als in diesen beobachteten Fällen. Eine neue Studie von Planetenforschern schlägt nun jedoch das Gegenteil vor. Tatsächlich, so die Wissenschaftler, ist unser Sonnensystem gar nicht so besonders wie bislang von vielen vermutet.

Anhand von verbesserten Methoden der Analyse von Uranium- und Blei-Isotopen in primitiven Eisenmeteoriten, gelang den Wissenschaftlern um Professor Martin Bizzarro und James Connelly vom Center for Stjerne- og Planetdannelse Statens Naturhistoriske Museum an der Universität von Kopenhagen die Datierung der Entstehung von zwei sehr unterschiedlichen Materialarten, sogenannte Kalzium-Alluminium-reiche Einschlüsse (calcium-aluminum-rich inclusions; CAIs) und Chondrulen (millimetergroße Silikatkügelchen, die in eine feinkörnige Grundmasse eingebettet), die in den gleichen Meteoriten gefunden wurden.

Wie die Forscher aktuell im Fachmagazin "Science" berichten, bestätigten die Analyseergebnisse teilweise bisherige Untersuchungen zu CAIs, die aufzeigen konnten, dass diese in sehr kurzer Zeit entstanden. Das Neue an den aktuellen Ergebnissen ist jedoch, dass auch die Chondrulen in den ersten drei Millionen Jahren des Sonnensystems entstanden sein müssen. Diese Erkenntnis widerspricht nun früheren Vermutungen, die nahe legten, dass Chondrulen erst knapp zwei Millionen Jahre nach den CAIs entstanden.


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"Anhand der neuen Datierung der beiden unterschiedlichen Materialien in ein und denselben Meteoriten, können wir nicht nur ein neues Bild der Chronologie der Entwicklung unseres Sonnensystems zeichnen. Dieses Bild gleicht jenem der Chronologie, das andere Forscher bereits anhand anderer Planetensysteme beobachten konnten", erläutert Connelly.

Durch den Nachweis, dass Chondrulen genau so alt sind wie die CAIs beantwortet die lange Zeit unbeantwortete Frage, warum die Entstehung von Chondrulen erst zwei Millionen Jahre nach den CAIs entstanden sein sollen: "Die Antwort", so die Forscher, "ist die: sie sind es nicht."

"Grundsätzlich konnten wir zeigen, dass unser Sonnensystem nicht ganz so besonders ist, wie bislang gedacht. Unser Sonnensystem gleicht stattdessen anderen beobachtbaren Planetensystemen in unserer Galaxie", so Bizzarro. "Auf diese Weise legen unsere Ergebnisse die Vorstellung nahe, dass erdartige (und erdähnliche) Planeten sehr viel häufiger im Universum vorkommen als bislang gedacht.



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