Dienstag, 20. November 2012

Sprudelt auf dem Mars Leben in kalten Salzwasserquellen?


Archiv: Eine von zahlreichen "cold springs" auf der Axel-Heiberg-Insel in Norden Kanadas.
| Copyright: Dept. Natural Resource Sciences, McGill University, Montreal


London (Kanada) - Sogenannte kalte Quellen (cold springs), wie sie in der kanadischen Hocharktis entspringen, könnten - da sind sich Wissenschaftler anhand einer aktuellen Studie sicher - auch auf dem Mars existieren und dort, wie auf der Erde, auch auf dem Mars Heimstätte von mikrobiologischem Leben sein.

In ihrer Studie untersuchten Forscher um Melissa Battler und Gordon Osinski von der University of Western Ontario die Zusammensetzung der salzhaltigen Pools im arktischen Permafrost auf der Axel-Heiberg-Insel, einer Insel im nördlichen Nunavut Territory, wie er von Orbitalsonden auch auf dem Mars nachgewiesenen salzhaltigen Umgebung sehr ähnlich sind.

"Wir wissen nicht, ob es auch auf dem Mars solche Quellen gibt", zitiert "Space.com" die Forscher, "doch auch auf dem Roten Planeten besteht die Umgebung grundsätzlich aus Permafrostböden." Ihre Ergebnisse werden die Wissenschaftler in einer kommenden Ausgabe des Fachjournals "Icarus" veröffentlichen.

Zum Erstaunen der Wissenschaftler, fanden sich in allen drei untersuchten kalten Quellen jeweils unterschiedliche Minerale: Das Kabonat Kalzit und sie Salze Kalziumsulfat und Natriumsulfat.


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Zwar wurden bislang keine aktiven Quellen auf dem Mars entdeckt, doch könne dies auch an der immer noch vergleichsweise geringen Auflösung der bisherigen Mars-Orbiter liegen, die immer noch nicht in der Lage ist, auch Merkmale von weniger als einem Meter Größe - und damit der typischen Größe der arktischen Quellen - darzustellen.

Sollten entsprechende Quellen jedoch auch auf den Mars existieren, so könnten auch sie Mikroben beheimaten, da die Salze das Wasser auch unter eisigen Umgebungstemperaturen des Permafrostbodens flüssig halten könnten.

In den Northewest Territories der kanadischen Hocharktis haben die Forscher zudem das Mineral Jarosit entdeckt, dass sich in Wasser bildet und das auch schon von den NASA-Marsrovern "Spirit" und "Oppportunity" auf dem Roten Planeten direkt nachgewiesen wurde. "Wir sind uns sicher, dass sich Jarosit auf dem Mars unter ähnlichen Bedingungen gebildet haben könnte", so Battler gegenüber "Space.com".

Auf der Erde finden sich entsprechende kalte Quellen an Orten, die einst tropische Ozeane beherbergt hatten. Als sich dann das Klima abkühlte und die Ozeane nach und nach verdampften, blieben schlussendlich große Ablagerungen von Salzen zurück. Diese Salze, so erläutern die Forscher, bildete sich vor hunderten von Millionen Jahren und lagen dann unterhalb der heutigen Quellen, die sich bildeten, als Grundwasser Wasser an die Oberfläche brachte und aus den alten Salzen aus dem Grundwasser bildeten sich neue Salze. Auch auf dem Mars, das zeigen aktuelle Funde, gab es einst Flussbetten (...wir berichteten), in welchen sich die entdeckten Salze durch ähnliche Prozesse gebildet haben könnten, vermuten die Forscher.

Schon zuvor waren kanadische und US-amerikanische Wissenschaftler zu dem Schluss gekommen, dass auch unter den heutigen Umweltbedingungen auf dem Roten Planeten irdische Mikroben leben könnten. Die Forscher begründete ihre Schlussfolgerungen mit der Entdeckung von Bakterien, die sich von Methan ernähren und sogar unter Bedingungen der extrem kalten und salzhaltigen Quelle auf Axel Heiberg überleben können (...wir berichteten).

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