Donnerstag, 8. November 2012

Super-Erde in lebensfreundlicher Zone um nahen Zwergstern entdeckt


Künstlerische Interpretation der Super-Erde HD 40307g, gemeinsam mit zwei der weiteren Planeten im System um den Zwergstern HD 40307 (Illu.).
| Copyright: J. Pinfield, RoPACS network, University of Hertfordshire 


Göttingen (Deutschland) - Um den nur 42 Lichtjahre von der Erde entfernten Zwergstern "HD 40307" im Sternbild Maler (Pictor) haben Astronomen drei weitere Exoplaneten entdeckt. Bei einem dieser Planeten handelt sich um eine sogenannte Super-Erde, also einen Felsplaneten von der mehrfachen Größe der Erde, der sein Zentralgestirn innerhalb dessen lebensfreundlicher "grüner Zone" umkreist, innerhalb derer flüssiges Wasser und damit die Grundlage für Leben nach irdischem Vorbild existieren könnte. Auch weitere Faktoren belegen gute Chancen dafür, dass der Planet erdähnlich sein und Leben hervorgebracht haben könnte.

Schon seit 2008 sind drei Planeten um den Stern bekannt, der etwa 20 Prozent leichter als die Sonne ist. Auch hierbei handelt es sich um Super-Erden (...wir berichteten), die ihren Stern jedoch so dicht umkreisen, sodass die Planetenoberfläche auf Temperaturen aufheizt, bei denen Wasser in flüssiger Form nicht vorkommen kann.

Anhand von Beobachtungsdaten den der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile konnte das Team um Dr. Guillem Anglada-Escudé vom Institut für Astrophysik der Universität Göttingen und Mikko Tuomi von der University of Hertfordshire nun drei weitere Planeten um HD 40307 nachweisen - einer von ihnen ist in seinen Eigenschaften der Erde sehr ähnlich. Ihre Entdeckung haben die Astroomen aktuell im Fachjournal "Astronomy and Astrophysics" beschrieben.


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"Planetensysteme mit mehreren Super-Erden sind bereits bei mehreren hellen, gut untersuchten Sternen bekannt. Deshalb gehen wir davon aus, dass solche Systeme mit vielen Planeten, wie auch in unserem Sonnensystem, keine Ausnahme sind", sagt Anglada-Escudé. "Das Juwel des Systems ist aber der neue Planet mit dem größten Abstand zum Zentralstern", erläutert Prof. Dr. Ansgar Reiners, ebenfalls von der Universität Göttingen. Dieser Planet bewegt sich auf einer Umlaufbahn von 200 Tagen und erhält dort etwa so viel Strahlungsenergie von seinem Zentralstern wie die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne. "Er ist etwa sieben Mal schwerer als die Erde und kreist um einen sehr wenig aktiven Stern. Es gibt keinen Grund, weshalb der Planet kein erdähnliches Klima entwickeln kann", so Dr. Anglada-Escudé.

Da der Planet von seinem Stern etwa so viel Energie wie die Erde von der Sonne erhält, ist die Wahrscheinlichkeit von Leben stark erhöht. Der Planet, so die Forscher weiter, könnte über flüssiges Wasser und eine stabile Atmosphäre verfügen. Vielleicht noch wichtiger sei aber, dass er sich wie die Erde um sich selbst drehen kann und dem Stern vermutlich nicht - wie etwa unser Mond der Erde - immer dieselbe Seite zuwendet. "Das hat einen Tag-Nacht-Effekt zur Folge und kann für die Entstehung eines stabilen Klimas wichtig sein", sagen die Entdecker.




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Quelle: uni-goettingen.de, herts.ac.uk
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